Um diese Irrtümer möglichst zu erklären, hat man zu einer anderen Meinung über den Ursprung der Weltkörper seine Zuflucht genommen. Sie erklärt ziemlich restlos die Fehler, welche die ältere Hypothese (Meinung) übrig läßt! –

Diese Ansicht nimmt an, daß der für die sichtbare Welt bestimmte Raum im Uranfange der Zeit mit einem überaus feinen Stoffe (dem Weltenstoffe), angefüllt war.

Dieser ist so ungemein zart und dünn, daß wir uns von ihm keine rechte Vorstellung machen können. Er ist ein Mittelding zwischen dem »Nichts und dem Etwas!« –

In dieser Wolke aus Urstoff bildeten sich einst an verschiedenen Stellen Verdichtungen, – kleine Ballen. Diese stellten dann die zukünftigen Sonnen dar. In ihrem Erstlingszustande waren diese Ballen aus Urstoff noch dunkel, wie die ganze, große Nebelwolke selbst; aber die einzelnen Teilchen in diesen Ballen preßten sich immermehr zusammen und dadurch entstand allmählich ein Zustand des Leuchtens in ihnen, wie wir ihn auch bei den Glühwürmchen am schwülen Sommerabend gewahren können. – Dieses Leuchten ist ein Phosphoreszieren! –

Das Leuchten wurde indes immer stärker, und zwar, infolge der stärkeren Zusammenpressung der einzelnen Urstoffteilchen. Endlich trat der Zustand der Weißglut ein. Die Sonne war fertig! Sie war herausgeboren aus dem großen Urnebel, der weithin den Raum erfüllte.

Auf diese Weise haben sich alle Sonnen, – im Willen dieser wissenschaftlichen Ansicht, – aus dem Urnebel gebildet, auch die unsrige. Nun blieb aber um die so entstandenen, glühenden Sonnen herum anfangs noch etwas Weltenstoff übrig!

Es sah aus, als hätten sich die einzelnen Sonnen mit einem Glorienscheine umgeben, und man nennt solche Sonnen »Nebelsterne«. In dem Glorienscheine, der die fertigen Sonnen umgab, bildeten sich nun abermals Verdichtungen – kleine Ballen, aus Weltenstoff – nämlich die Planeten.

Tafel 2.

Der große und schöne Nebel im Sternbilde des »Orion«.
(Originalphotographie. Aufgenommen mit dem photographischen Fernrohre der Kaiserl. Universitätssternwarte zu Wien, am 11. Januar 1912, von Dr. Josef Rheden. Belichtungsdauer 3 Stunden.)