n des Kaisers Herberge ward ich über halb dunkle Treppen / durch dämmernde Galerien / an den schweigsam hinwandelnden Garden vorbei in dasselbe Zimmer geführt / das ich heute Morgen betreten hatte.

Der Herr von Granvella war da und besprach sich leise mit einem der kaiserlichen Leibärzte. Als er mich gewahrte / sagte er: »Wartet.«

Ich stand im Zwielicht des weiten Raumes / hörte nur das Flüstern der beiden / und die tiefe Stille des kaiserlichen Hauses / in der alle Verwirrung des Weines und der Weiber von mir abglitt.

Indessen huschte der Arzt aus dem Zimmer und Granvella redete mich an: »Der Kaiser findet keinen Schlaf... es ist Gelegenheit / Euch vorzustellen... habt Ihr Euch eine besondere Truppe gewählt / dann sagt es mir jetzt...«

Ich überwand die Scheu / die mich bei seiner kalten Stimme befiel / und brachte unter Räuspern und Schlucken heraus: »Wenn ich beim Regiment des Markgrafen Kulmbach eintreten könnte...«

Granvella stand ohne zu antworten auf / schritt zu einer niederen / verborgenen Türe und winkte mir. Während wir durch ein paar hohe / spärlich erhellte Gemächer gingen / redeten wir keiner ein Wort. Vor einer hohen Pforte blieb er stehen und sprach mich kurz an: »Beugt ein Knie vor dem Kaiser / und tretet nicht allzu nah an ihn heran. Redet nicht / es sei denn / er fragt Euch. Und vor allem / schaut ihm nicht zu dreist in das Antlitz.«

Da ging eben die Türe sachte auf / der andere Leibarzt kam heraus und ließ uns den Weg frei.

Mich schüttelte ein Fieber der Ehrfurcht / als ich in der Tiefe des großen Saales beim schwachen ruhelosen Schein einer Kerze des Kaisers ansichtig wurde.

Bleich und verfallen tauchte sein Angesicht vom dämmernden Zwielicht umwoben aus der Finsternis des Gemaches. Er stand hinter einem kleinen Tisch / hatte beide Hände auf die weiße Marmorplatte gestemmt und wie seine dünnen Arme aus dem dunklen Samt der Schaube hervorkamen / waren sie so weiß wie der Stein / worauf sie sich stützten.