Aus der schallenden Musik hervor / über die Musik hinweg / kam eine heftige Stimme: »Ist der Herr Wenzel auf Rehberg im Saale...?« Und noch einmal / den Lärm der Instrumente niederpressend: »Ist der Herr Wenzel auf Rehberg da? In des Kaisers Namen!«

Als hätte der Burgunderwein des Bischofs mich selbst auf bloßem Leib getroffen / zuckte ich zusammen / da mir mein Name aus diesem wüsten Treiben plötzlich entgegenflog. Mir war nicht anders / als sei ich auf einer Missetat ertappt worden / und ich zitterte / weil ich gewahrte / daß des Bischofs Augen suchend umhergingen.

Der Schnabel stieß mich in die Seite: »Ihr seid ja doch der Rehberg...«

Da sah ich nun ein / daß ich mich nirgends mehr verbergen könne / sprang mit einem langen Schritt vor / stand beschämt und niedergeschlagenen Blickes da und es drehte sich alles um mich herum.

»Seid Ihr der Herr Wenzel auf Rehberg...?« rief die heftige Stimme wieder.

Ich nickte nur und schwieg.

»Dann folgt mir auf der Stelle. Denn der Kaiser begehrt Euch zu sehen.«

Jetzt war es auf einmal ganz ruhig in mir. Auch im Saale war es völlig still geworden und die Musik hatte ausgesetzt. Ich erhob das Antlitz und sah wie alle nach mir schauten / ernst / neugierig und mit Achtung. Nur der Bischof / den ich grüßte / schien mich gar nicht zu bemerken. Ich ahmte die spanische Würde nach / als ich nun quer durch den Kreis der nackten Weiber schritt. Sie wichen vor meinem Weg zur Seite / wie vorhin vor den Priestern. Ich sah noch die blonde Kleine neben mir / wie sie von unten her mit geducktem Halse ehrfürchtig zu mir aufblickte. Ich sah einen Tropfen roten Weines leuchtend wie ein Rubin auf ihrer Brustspitze schweben. Dann stand ich an der Türe vor dem alten Kämmerling / der meiner wartete / und war draußen.