An diesem Feiertag nun, wir hatten eben genachtmahlt, und der Vater rauchte noch seine Pfeife, kam Rudolf plötzlich nach Hause. Es war halb neun, also eine ungewohnte Stunde.

Er trat freundlich grüßend ins Zimmer und stellte zwei Weinflaschen auf den Tisch.

»Grüß Ihnen Gott, Herr Nachbar …«, rief er, »trinken wir keinen Wein miteinander …?«

Der Vater, der gerne trank, lächelte und sagte: »Meinetwegen …«

Und Rudolf fuhr bezeichnungsvoll fort: »Deswegen keine Feindschaft, was?«

»Nein«, lachte der Vater, »keine Feindschaft …, Sie meinen wegen der Peperl …?«

»Herr Nachbar«, rief Rudolf, »Sie sind ein fescher Kerl. Sind wir lustig. Von heut an bin ich vazierend, machen wir uns einen guten Abend …, wollen S'?«

»Gilt schon«, rief der Vater, und ich dachte, Rudolfs Vorschlag werde darauf hinauslaufen, daß mich alle zwei vögeln wollen.

Aber Rudolf führte ganz anderes im Schild. »Gestatten schon, Herr Nachbar, daß meine Geliebte auch dabei ist …«, fragte er.

»Was für eine Geliebte …?« erwiderte der Vater staunend.