Ich: »Dann sag' ich halt, ich hab' nix verdient.«

Zenzi: »So? Und laßt dich vielleicht zusammenschimpfen … Ah nein, schau mich an …, wie ich's mach. Ich geb' einmal drei Gulden, einmal fünf, einmal sechs her, und der Rudolf freut sich, weil ich jeden Tag was bring', und außerdem, sie möchten ja ohnedies alles gleich versaufen.«

Ich: »Ja …, ja …, da hast du recht …«

Zenzi: »Und dann, du kannst doch selber ein Geld brauchen. Hast du eins, mußt du keins verlangen, und wenn's dich freut, kauf dir was.«

Ich: »Ja, und dann ahnt es der Vater, und weiß gleich, daß ich geschummelt hab'.«

Zenzi: »O, du Tschapperl du …, wenn er was sieht, dann sagst du, du hast es von einem Herrn geschenkt gekriegt …, immer geschenkt …, das ist das Beste. Und übrigens mußt du halt lieb sein zum Vater …, immer nur lieb sein …, dann laßt er dir alles zu.«

Ich: »Aha! Also deswegen schmeichelst du dem Rudolf so?«

Zenzi: »Natürlich. Damit ich keinen Verdruß mit ihm hab', und machen kann, was ich will.«

Wir kleideten uns an, beschlossen, obwohl es kaum noch dämmerte, heute schon nach Hause zu gehen. Wir hatten beide genug, durften eines freundlichen Empfanges sicher sein, und wollten keinen Herrn mehr suchen. Wir fuhren mit dem Stellwagen in die Vorstadt.

Ich gab dem Vater fünf Gulden. Er sagte nichts, aber er nahm das Geld und holte Wein. Zenzi mußte Rudolf beichten, wie ich mich angestellt hätte. Er lobte mich. Dann begann das übliche Saufgelage, und ich lag in dieser Nacht wieder unter meinem Vater.