»Weil …, weil … du keine Duteln hast«, erklärte er.
»Was?« Ich riß mein Leibchen auf und zeigte ihm meine beiden kleinen Äpfel.
Er begann damit zu spielen und ich legte mich auf den Korb der Frau Reinthaler. Franz legte sich auf mich und ich fädelte ihn so schnell ein, daß er bis an den Schaft drin saß. Er puderte ausgezeichnet, und mir schmeckte es. Wir waren bald fertig, standen auf, ließen die Wäsche liegen, wie sie lag, und gingen vom Boden fort.
Franz lauerte von nun ab der Frau Reinthaler noch hitziger auf als früher. Aber wenn er sie jetzt traf, nahm sie ihn, sooft es ging, in ihre Wohnung und unterrichtete ihn, wie man es machen müsse, die Fut und die Brust gleichzeitig mit Schmeicheleien zu versehen. Und Franz machte bald die erfreulichsten Fortschritte. Oft holte sie ihn aus unserer Wohnung und hatte jedesmal eine Ausrede. »Franzl, möchst nicht für mich zum Greisler gehn, um Petroleum?« Oder: »Franzl, möchst mir nicht g'schwind ein Bier bringen?« Und wenn sie so kam, dann wußte ich schon jedesmal, was bevorstehe, wenn Franzl mit dem Gebrachten in ihrer Wohnung verschwand.
So standen die Dinge, als meine Mutter plötzlich starb. Ich war dreizehn Jahre alt, und mitten in der Entwicklung begriffen. Daß mir die Brüste so rasch wuchsen, daß mein kleiner Polster zwischen meinen Füßen mit Locken sich bedeckte, schreibe ich heute doch wohl dem vielen Geschlechtsverkehr zu, den ich so frühzeitig gepflogen, den heftigen Reizungen, denen mein Körper ausgesetzt war. Ich hatte die ganze Zeit, bis zum Tode meiner Mutter, fortwährend gevögelt, und wenn ich es überschlage, vielleicht mit zwei Dutzend Männern Unzucht getrieben.
Von den hier erzählten war mein Bruder Franz, dann Ferdl, dann Robert, dann Herr Horak, der mich im Verlauf der Begebenheit vielleicht fünfzigmal in seinem Bierkeller wie ein Bierfaß mit seiner Pipe eingespundet hat, dann Alois, bei dem ich etlichemale im Schoß seiner Klementine »Schluß mit Genuß« sagen hörte, dann der Herr Ekhard, dann der Schani, den ich aber nur ein einzigesmal zu kosten bekam, ein einzigesmal den Soldaten, einmal den Burschen, der mich gleich nachher zwang, ihm zu Willen zu sein. Dazu kommen die vielen Buben, die ich in den Keller lockte oder die mich in irgendeinem Hausflur, hinter der Planke oder sonst wo an die Wand lehnten und mir die Spalte ausrieben, und ein paar Männer, die mich während meiner Streifwege auf dem Fürstenfeld zusammenfingen, mich auf meine Augen hin gleich anpackten und es versuchten, mich anzubohren, wobei sie mir aber meistens nur den Bauch bespritzten. Einige von ihnen habe ich vergessen. In Erinnerung ist mir nur ein besoffener Schlosser geblieben, der mich auf freiem Feld, während es noch Tag war, vögelte, mich dabei würgen wollte, dem es aber sofort kam, als sein Schwanz nur meine Haut berührte. Dann noch ein alter Mann, ein Hausierer, der mir ein paar blaue Strumpfbänder schenkte und mich in einem der kleinen Wirtshäuser, die es damals da draußen gab, auf den Abort lockte. Er setzte sich dort nieder, als wolle er seine Notdurft verrichten, nahm mich zwischen seine Knie und rieb mir nur von rückwärts die halbsteife Nudel zwischen die Schenkel. Es werden wohl zwei Dutzend Männer gewesen sein.
Da starb auf einmal meine Mutter. Sie war nur zwei Tage krank gewesen. Was ihr gefehlt hat, weiß ich nicht. Ich erinnere mich nur, daß sie am andern Tag, des Morgens gleich abgeholt und in die Totenkammer gebracht wurde.
Wir Kinder weinten sehr, denn wir hatten sie sehr lieb gehabt. Sie war immer gut zu uns gewesen, hatte uns nur selten geschlagen; während wir uns vor dem Vater, der immer streng war, doch weit eher fürchteten, als wir ihn gern hatten. Mein Bruder Lorenz sagte damals zu mir: »Das ist die Strafe Gottes für eure Sünden, für den Franzl seine und für deine …« Ich war tief erschüttert von diesen Worten und glaubte ihm.
Deshalb enthielt ich mich auch nach dem Tod meiner Mutter jeglicher Unzucht. Ich gelobte mir, mich nie wieder vögeln zu lassen, und der Anblick des Herrn Ekhard war mir unerträglich. Er war übrigens sehr niedergeschlagen und zog acht Tage, nachdem die Mutter gestorben war, von uns fort. Ich atmete auf, als er aus dem Hause war. Franzl, mit dem ich jetzt natürlich noch viel öfter als sonst allein blieb, griff mir einmal an die Brüste. Aber ich gab ihm eine Ohrfeige, und so ließ er mich in Ruhe.
Dieser Todesfall bildete einen Abschnitt in meinem jungen Leben. Ich hätte mich vielleicht noch gebessert, aber es kam anders.