»Komm«, sagte er.

Wir traten an das Betpult, knieten nebeneinander nieder und sprachen ein Vaterunser.

Dann führte er mich an der Hand zum Großvaterstuhl, setzte sich hinein, und ich stand vor ihm gegen die Schreibtischkante fest angelehnt.

»Na«, sagte er, »also ich höre …« Ich schwieg aber und wußte nicht wie anfangen vor Verwirrung.

»Also erzähl …«

Ich schwieg noch immer und schaute zu Boden.

»Hör du!« begann er, faßte mich unterm Kinn und zwang mich, ihm in die Augen zu schauen. »Du weißt, daß du schon gesündigt hast …, Unkeuschheit …, eine Todsünde …, verstehst du …, und mit deinem eigenen Bruder …, Blutschande …«

Ich hörte das Wort zum erstenmal, und ohne es zu verstehen, erbebte ich.

Er fuhr fort: »… Wer weiß …, vielleicht bist du ganz verdammt und hast dein Seelenheil schon verwirkt für immer …, wenn ich deine Seele noch retten soll, muß ich alles wissen, ganz genau …, und du mußt es mit Bußfertigkeit erzählen.«

Er sprach mit leiser, stockender Stimme, und das machte einen solchen Eindruck auf mich, daß ich zu weinen anfing.