»Wein nicht«, herrschte er mich an.

Ich schluchzte.

Er wurde milder: »Na, wein nicht, Kinderl. Vielleicht wird alles gut …, erzähl nur.«

Ich wischte mir die Tränen ab, vermochte aber nichts zu sagen.

»Ja, ja«, hub er an, »die Versuchung ist groß …, und du hast vielleicht gar nicht gewußt, daß das so eine Sünde ist, was …? Gewiß …, du bist ja noch ein Kind …, du hast nichts gewußt …, nicht wahr?«

Ich faßte Mut: »Nein, nichts hab' ich gewußt …«

»Na«, sprach er, »das ist schon besser …, bist du nicht dem eigenen Drang gefolgt …, sondern verführt worden …, zum Beispiel …?«

Ich erinnerte mich sofort an das erste »Vater- und Mutterspiel« und beteuerte lebhaft: »Ja, Hochwürden …, verleitet bin ich worden …«

»Hab' mir's gleich gedacht …«, nickte er mild, »wenn man das da so sichtbar trägt …, das lockt die Versucher an.«

Er legte seine Hand leicht auf meine Brust, die schon spitz und hoch unter meiner Bluse hervorstach. Ich spürte die Wärme, die von ihm ausging, und es beruhigte mich, aber mir fiel nichts Arges dabei ein.