Ich beichtete alles.
Er schüttelte den Kopf: »Hast du noch was getan …, vielleicht mit weiblichen Geschlechtsteilen gespielt …?«
»Ja …, mit den Brüsten von der Melanie, und noch mit vielen anderen …«
»Und mit deinem Bruder hast du Blutschande getrieben?«
Ich wußte nicht, was er meinte, sagte aber »Ja«, um ihn nicht zu erzürnen.
Er gab mir eine große Anzahl Vater unser, englischen Gruß und Glauben als Buße zu beten auf, nachdem er mich noch gefragt hatte, ob ich meine Sünden bereue, und nachdem ich dann das bejaht hatte.
Dann sagte er: »Geh hin und sündige nicht mehr, deine Sünden sind dir vergeben. Bessere dich! Wenn du jedoch wieder in Sünde fällst, dann verzweifle nicht, komme zu mir, und ich werde dich wieder reinigen. So du aber irgendeiner Seele davon ein Wort verratest, ist dein ewiges Seelenheil verloren, und du wirst in der Hölle vom Teufel auf glühenden Kohlen gebraten werden.«
Ich verließ den Beichtstuhl mit leichtem Herzen.
In der Schule aber bemerkte ich einige Wochen lang, daß mich der Katechet mit eigentümlichen Blicken ansah. Ich fürchtete mich vor ihm und glaubte, er wolle mich besonders sekkieren.
Er spazierte zwischen den Bänken hin und her, und wie er bei mir vorüberkam, legte er mir plötzlich die Hand auf das Haar, so sacht und freundlich, daß ich bei dieser Berührung heftig zusammenschauderte. Er streichelte mich noch am Rücken und sprach dabei zur Klasse weiter. Ich fühlte mich sehr ausgezeichnet und blickte ihm liebevoll nach, als er wieder seine Promenade fortsetzte.