Mit diesem Katecheten passierte etwas, was mir in der Erinnerung oft leid tat, denn ich hatte ihn gern.
In einer der untern Klassen war ein kleines Mädchen von auffallender Schönheit. Sie war die Tochter eines Bauarbeiters und etwa acht Jahre alt. Sie war selbst für ihr Alter klein, aber sehr breit, und hatte ein blühendes Engelsgesicht. Rote Wangen und blonde Locken. Aber sie war beinahe so breit als sie hoch war, ungewöhnlich fleischig und hatte schon Ansätze von Busen.
Dieses Mädchen nun hatte der gute Katechet vorgenommen, hatte ihm auf dem Katheder das Bajonett putzen, den Klöppel schwingen, den Spargel putzen gelernt, und hatte seine kleine, nackte, fleischige Vogelschale mit dem besten Männerschaum gefüllt.
Die Kleine mochte das für ein angenehmes Kinderspiel gehalten haben, kurz, sie erzählte es ihrer Mutter, diese wieder machte ein großes Geschrei und beichtete diese Schaudermär ihrem Gatten, und der Gatte wieder, der ohnehin eine Wut auf die Pfaffen hatte, lief zur Polizei.
Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Mein armer Katechet wurde verhaftet, und alsbald wurde auch in der Schule Umfrage nach den anderen Opfern gehalten.
Die Kinder zeigten sich gegenseitig an, und eines Tages bekam auch mein Vater eine Vorladung, mit mir auf dem Kommissariat zu erscheinen.
Als wir hinkamen, war eine ganze Versammlung von Kindern da, mit ihren Müttern und Vätern. Die Großen legten sich keinen Zwang vor uns auf und klagten einander ihr Leid.
Mein Vater erfuhr erst hier, was los sei, war aber ganz still und fragte mich nur, ob es wahr sei.
Ich gab ihm keine Antwort, ich schämte mich.
Man erfuhr eine Menge Geschichten vom Herrn Katecheten. Da waren auch ganz kleine Kinder aus der ersten Klasse, die auf Befragen erzählten, der Herr Katechet habe ihnen seinen Pipihahn in den Mund gegeben und habe dann Wiwi gemacht. Die Entrüstung war groß.