„Aber das Oberleder taugt nichts.“

„Erlauben Sie? Die paar Wochen, was unsre Sohlen halten, hält das Oberleder auch noch aus.“

Die Haferlieferung. Von Roda Roda.

Eines Tages kam eine Kommission, bestehend aus drei Offizieren, einem Wachtmeister und einer Stehleiter, zu Joschkele Seidenfutter nach Mikulintze bei Tarnopol und begehrte das Fouragemagazin zu sehen. — Joschkele öffnete jammernd, der Wachtmeister stieg auf die Leiter und besichtigte eingehend den Plafond des Magazins an zwanzig Stellen und in allen Fugen und Ecken. —

Als er fertig war, salutierte er und sagte: „Herr Oberst, ich meld ghorsamst, es is nix.“

„Hm,“ sagte der Oberst und weidete sich an dem Anblick des geängstigten Joschkele, „möchten vielleicht Herr Leutnant die Güte haben —?“

Also stieg der Herr Leutnant auf die Leiter — mit einigen Segenswünschen für die Andersgläubigen — pochte den Plafond von links nach rechts ab, dann von rechts nach links — hinten und vorn — — — nichts.

Der Herr Rittmeister deutete den flehenden Blick des Obersten ganz richtig, indem er ebenfalls auf die Leiter stieg. Er holte mit seiner besten Ulanka die Spinnweben von der Magazinsdecke, aber auch er fand nichts.

Endlich der Herr Oberst selbst. Er drohte zuerst dem Joschkele mit der Faust und kletterte dann. Er bohrte mit dem Finger in alle Ritzen. Er fand einen verstaubten Riß im Plafond, den die anderen alle nicht gefunden hatten, war sehr stolz auf ihn, putzte ihn sauber aus, besah ihn so lange, bis ihm der Schmutz in beide Augen fiel — nichts.