Ein im Coupé sitzender Handlungsreisender erhob sich und nahm aus der Schachtel seinen neuen, wundervollen Zylinderhut. Er reichte ihn der Dame hin und sagte würdevoll:
„Madam! Dies ist ein Zylinderhut. Man kann ihn auch zu anderen Zwecken benutzen. — Ich und die beiden Herren möchten jetzt schrecklich gern hier aus dem Fenster hinaus die Gegend betrachten. — Wenn in der Zwischenzeit der Zylinderhut aus dem anderen Fenster hinausgeworfen würde, würde ich mir das zur hohen Ehre anrechnen!“
Ohne eine Antwort abzuwarten, stellte er den Zylinderhut neben die Dame, faßte uns am Arm und drängte uns zum Fenster hin. Wir unterhielten uns laut über die schöne Gegend, die aus Sand, verbranntem Gras und Telegraphenstangen bestand. Als wir sie genug bewundert zu haben glaubten, drehten wir uns wieder um. Der Zylinderhut war verschwunden, die Engländerin saß ruhig mit glücklichem Gesicht in ihrer Ecke. Sie warf dem Handlungsreisenden einen dankbaren Blick zu.
„Sie sind ein Gentleman!“ sagte sie einfach.
„Ja!“ sagte ich ergriffen und drückte ihm die Hand, „man sollte Ihnen ein Denkmal setzen!“
„O bitte!“ sagte der Herr vornehm. Und rasch brachte er ein anderes Gesprächsthema auf, erzählte höchst ergötzliche Geschichten von Leutnants und Schwiegermüttern.
„Welch ein Mensch!“ dachte ich.
Alles nimmt ein Ende. Und so gelang es schließlich auch unserer braven sechzigjährigen Lokomotive „Esmeralda“ uns nach Sevilla hineinzuschleppen. Sie schnarchte fürchterlich und war schrecklich müde — das arme Tierchen!
Wir stiegen aus, der Handlungsreisende reichte liebenswürdig der englischen Dame ihre Gepäckstücke und ich sah, wie er die Adresse auf ihrem Koffer las.
„Miß Maud Clifton, Park Road, Sheffield!“ murmelte er. — „Sheffield? — Das ist gut, da ist ja die Firma Winter Brothers!“