„Vielleicht ist das Multiplex zu stark erhitzt,“ sagte Onkel Kaspar — und ich tat ein andres Multiplex an die Biform. — Als alles nichts nützte, zog ich auch die Biform heraus und ersetzte sie. Aus der Lampe hörte man es zornig brausen, und die Flamme züngelte wie eine Schlange aus dem Zylinder.
„Am besten wäre, die Lampe auszulöschen.“
„Ja — ja, löschen wir sie aus,“ riefen nun alle.
Ich wollte die Schraube anziehen — sie war unberührbar heiß. Da blies ich in den Zylinder. Die Flamme fuhr heraus und fauchte mich an. Onkel Kaspar begann mitzupusten, dann Käte und alle Kinder, die Gouvernante und endlich sogar Großväterchen. Wir bliesen zuerst ungeregelt und dann auf Kommando. Der Gouvernante flog der Puder vom Gesicht und ein Zopf aus der Frisur — die Lampe brannte.
Da sah man, wie der Multiplex anfing, von oben her langsam in Rotglut überzugehen. Immer tiefer und tiefer, jetzt mußte die Röte den Lampenkörper erreichen.
Und da — erfolgte ein unbeschreiblicher Krach.
Ich habe jene berühmte Kesselexplosion des Donaudampfers „Radetzky“ im Hafen von Preßburg mitgemacht, wo der zweite Maschinist hoch in die Luft flog und die Kunde von dem erschütternden Ereignis als erster nach Bruck an der Leitha brachte. Aber ich muß sagen, ich habe zwischen den beiden Explosionen keinen Unterschied bemerkt. Onkel Kaspar wieder, der damals in Preßburg sein Gehör verloren, fand den Knall der Multiplex-Biform um ein Nuance lauter.
Unsere Fenster waren auf die Gasse geflogen und die der gegenüberliegenden Häuserreihe eingedrückt worden. Eine bedeutende Rauchwolke — in der „Morgenpost“ stand später fünfzehn Stockwerke hoch — wallte himmelan. Es brannte der Schreibtisch, das linke Ende von Großpapachens Bett und die marmorne Säule unter einer Gips-Bronzebüste von Dante.
Wir alle saßen noch betäubt — unfähig, uns zu rühren.
Da hörte ichs unten rasseln und blasen: die Feuerwehr.