„In höflicher Beantwortung Ihrer sehr geschätzten Anfrage gestatten wir uns, Ihnen unsere hochprima Spektral-Multiplex-Biform-Lampen in zwei Größen zu offerieren: die eine für Wohnzimmer, die andere für Lokalitäten.“

Ich verlangte natürlich eine Lampe von der ersten Art. Er brachte sie und zündete sie an.

„Unsre von allen Höfen und den höchsten Fürstlichkeiten durch lobende Anerkennungen ausgezeichnete Spektral-Multiplex-Biform-Lampe hat ihren Namen daher, daß die Flamme, wie Sie sehen, in Form eines griechischen Bi brennt. Man kann sie auf acht Kerzenstärken einstellen — wie jetzt — für Gesellschaften bis zu fünf Personen; oder — so — auf neun Kerzen — für elf Personen, darunter auch Kinder oder — durch diesen Hebeldruck — auf dreizehneinhalb Kerzen — für Hochzeiten und andere größere Räumlichkeiten. Die Tabelle dazu geben wir kostenlos bei. — Die Lampe wird mit Spektralöl gefüllt, und führen wir selbes gleichfalls. Das Spektralöl ist von uns erfunden und wird eigens für unsere werten Kunden erzeugt. Es kostet um fünf Kronen per Tonne mehr, als das beste im Handel befindliche Petroleum, hat aber auch einen um 21,5 Proz. höhern Feingehalt an ölig-chemischen Bestandteilen. Die Multiplex-Biform verbraucht davon in einer englischen Stunde je nach der Kerzenstärke für dreizehn bis neunzehn Hundertel Heller, wodurch sich zwar der Liter Spektralöl in der Anschaffung ein für allemal etwas höher stellt, jedoch im Gebrauche wesentliche Ersparnisse im Gefolge hat. Hierfür garantieren wir, und legen wir die Tabelle hiezu gleichfalls kostenlos bei. — Die Lampe selbst berechnen wir Ihnen äußerst mit 23 K 70 h netto ab hier, und haften wir schriftlich bis zur Ueberstellung ins Haus. — Ein Reserve-Spektral kostet eine Krone, ein Reserve-Multiplex sieben Kronen und ein Dutzend Reserve-Biformen nur sechzig Heller.“

Also kaufte ich eine Lampe samt allen notwendigen Nebenbestandteilen.

„Wünschen auch einen Spektral-Multiplex-Biform-Ohrenschützer? — Nein? — Aber einen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher empfehle ich Ihnen unbedingt.“

„Nein, nein — ich danke,“ sprach ich und ging.


Am dritten Abend, als wir wieder daheimsaßen, Großpapa mit seiner „Morgenpost“ und Onkel Kaspar mit seiner Pfeife, da sprach meine Käte:

„Sieh nur, die Lampe geht aus.“

Ich rüttelte sie ein wenig — sie war gefüllt. Ich holte die Tabelle, stellte die Lampe auf sechs Personen und ein Kind ein — sie flackerte. Ich schraubte ein neues Spektral ein — sie zuckte meterhoch und summte.