Ihre Hautfarbe ist dunkler, als jene der übrigen Bergstämme Luzons. Sie besitzen einen gedrungenen Körperbau, rundgeformte Augen und eine grosse plattgedrückte Nase (Buzeta I, 56), überdiess sind sie wie die Igorroten schmutzig und unreinlich.
Ihre Hütten stehen auf sehr hohen Pfählen, um der Feuchtigkeit des Erdbodens nicht ausgesetzt zu sein und um feindliche Angriffe zu erschweren, es wird deshalb zur Nachtzeit und in Kriegsgefahr auch bei Tage die Leiter, welche in die Wohnräume führt, aufgezogen. Die Hütten sind aus Holz oder Cogongräsern erbaut (Cavada I, 82).
Ein grosser Theil der Gaddanen ist zum Christenthum bereits bekehrt, wenn auch nur äusserlich. Die heidnischen Gaddanen verehren einen Gottschöpfer Amanolay und dessen Gattin Dalingay (Mas, pobl. 4; Buzeta I, 60), überdiess ist bei ihnen auch der Ahnencultus heimisch (Semper, Erdk. X, 165). Sie sind von sanfteren Sitten als ihre Nachbarstämme.
19. Itetapanen (Itetapanes).
Die Itetapanen wohnen östlich von den Busao-Igorroten und westlich von den Gaddanen, welch’ letzteren sie ungemein ähnlich sind, indem sie gleichfalls eine geringe Körpergrösse und sehr dunkle Hautfarbe besitzen (Ilustr. 1860, p. 285). Auch an Unreinlichkeit können sie mit ihren östlichen Nachbarn wetteifern. Mas (pobl. 26) bezeichnet ihr Äusseres geradezu als widerlich. Durch die runde Formung der Augen unterscheiden sie sich, ebenso wie die Gaddanen, streng von den Igorroten. Buzeta und Bravo schreiben: „Die Itetapanen besitzen den vollen Negritotypus in Körperbau, Farbe und Nasenform, aber in Bezug auf Haare, Augen &c. gleichen sie den Tagalen” und weiter „Es ist ebenso schwierig, sie von ihrem wilden Leben abzubringen, wie die Negritos, mit welchen sie mehr in Bezug auf Charakter, Sitten und Bräuche als im äusseren Habitus Ähnlichkeit besitzen”. Es scheint demnach, dass die Itetapanen eine starke Beimischung von Negritoblut aufzuweisen haben. Auffallend ist bei ihrer Tracht eine Kappe, ähnlich dem Tschako der deutschen Bergleute, nur etwas niedriger. Diese Kappe, sowie alle aus Bejuco-Rohr verfertigten Gegenstände wissen sie lebhaft-roth zu färben, doch hüten sie die Bereitung dieser Farbe als ein strenges Geheimniss, obwohl anzunehmen ist, dass sie durch eine Mischung verschiedener, in ihren Wäldern wachsender Farbehölzer, insbesondere des Sibucao, erzielt wird (Buzeta I, 54). Die Farbe selbst soll unaustilgbar am Bejuco haften. Die Schultern bedecken sie mit einem aus Palmblättern oder Cogongras geflochtenen Kragen, „anaos” oder „anas” genannt (Buzeta I, 54; Ilustracion 1860, 285). Ihre Waffen sind Lanze, Pfeil und die Aliva der Igorroten.
20. Guinanen (Guinanes).
Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten, hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten und wichtigsten Niederlassungen.
Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).