46. Mandayas.

Die Mandayas wohnen am Rio Hijo, der in die Bucht von Davao mündet (Cavada II, 222), am Oberlaufe des Rio Agusan und des Rio Sahug, ebenso trifft man Mandayas in dem Hinterlande der Küstenorte Caraga, Santa Maria und Zatagoza (Dr. Montano y Rey).. Dann bewohnen sie den südlichen Theil von Mindanao, von Linao an der Westküste bis zu den grossen Seen im Innern des Landes, sie sind dann auch weiter bis gegen Butuan anzutreffen (Jagor, Reisen 322). Die am Meerbusen von Davao wohnenden sind mit Manguangas vermischt (Jagor, l. c.). Ihre Hautfarbe ist eine sehr helle (Cavada II, 206 u. 223), diess hat Mallat zu der Annahme verleitet, dass sie Mischlinge von Japanen und Visayern sein sollen, was aus historischen Gründen sehr unwahrscheinlich ist; Sir J. Bowring’s Hypothese, nach welcher die Mandayas gar Abkömmlinge von Weissen und Eingeborenen wären, muss bei jedem Kenner der Geschichte Mindanao’s nur Unwillen erzeugen. Schwerwiegend ist jedoch, dass Prof. Semper sich für eine Vermengung mit Chinesen ausgesprochen hat (Semper, Skizzen 59), gegen diese Autorität wage ich es nicht, Etwas einzuwenden. — Sie sind von starker Gestalt und kräftigem Gliederbau, kriegerisch und stets zum Kampfe bereit, mit den Christen aber unterhalten sie freundliche Beziehungen (Cavada II, 206 u. 223). Ihre Waffen sind Lanze, Kris, Pfeil, Bogen und Bolomesser (Cavada II, 223). Während die Mandayas der Provinz Surigao Freunde einer herumschweifenden Lebensweise sind (Cavada II, 206), sind die Mandayas von Davao arbeitsame Leute (Cavada II, 223). Ihre Religion besteht in einem Ahnencultus (Semper, Skizzen 59).

47. Subanos.

Die Subanos bewohnen jene langgestreckte Halbinsel, welche den äussersten westlichen Ausläufer Mindanao’s bildet. Ihr Name bedeutet so viel als Flussbewohner (Combés 24). Die Geschichte ihrer Abstammung bei Barrantes (Guerras piráticas 417) ist sehr schön, aber für unsere Zwecke nicht brauchbar. Neuere Schriftsteller und Reisende haben uns keine erweiterte Kenntniss dieses malaiischen Volksstammes gebracht, so sind wir denn noch immer auf Combés und Gemelli-Careri angewiesen. Sie sind kriegerisch, und ihre Kriegslust wird durch ähnliche Bräuche angefeuert, wie einst bei den Caragas, nur brauchte der Subano nur einen einzigen Feind zu tödten, um den rothen Kopfbund tragen zu dürfen. Obwohl bei ihnen Blutrache gilt, so kann diese leicht durch Goldstaub gesühnt werden. Geschlechtlichen Ausschweifungen huldigen sie in ebenso grossem Maasse, wie alle ihre Nachbarstämme. Ein Theil von ihnen ist zum Christenthume bekehrt, die übrigen sind Heiden und nur zum geringsten Theile Mohammedaner. Ihre Kopfzahl soll sich auf 70 000 belaufen (Jagor, Reisen 322).

48. Manguangas.

Die Manguangas wohnen in der Cordillera Sugut auf Mindanao und erstrecken sich bis zu dem grossen See von Boayan oder Magindanao. Sie zählen nach einer älteren Schätzung gegen 80 000 Seelen (Jagor, Reisen 322). Sie sind Heiden; über ihre sonstigen Sitten und Bräuche ist mir Nichts bekannt.