Die Chinesen der Philippinen theilen alle Laster ihrer Nation, insbesondere huldigen sie übermässigem Genusse des Opiums, welcher in den bekannten Opiumpfeifen geraucht wird. Nur den Chinesen gestattet die spanische Regierung den Genuss dieses gefährlichen Reizmittels, für welche Erlaubniss sie eine Abgabe zahlen müssen, welche für 1877 auf 2 345 340 Reales de vellon veranschlagt wurde (Illustration de l’Oriente 1877, n. 3, p. 9).

Wo die Chinesen in grösserer Anzahl vorhanden sind, wie in Manila-extramuros, bilden sie autonome politische Gemeinden, welche nach Art der Indier-Pueblos gegliedert sind. Sie zahlen einen bedeutend höheren Tribut als die Indier, und 50 Tributzahler bilden auch hier eine Cabecería, deren Tribut der Cabecilla del Tributo oder Champan einzunehmen hat. An der Spitze der Gemeinde steht der Gobernadorcillo oder Capitan, dessen Amtsgehülfen der Teniente, Alguacil mayor und die Bilangos (gleich den Jueces der Indiergemeinden) sind. Die Wahl dieser Magistratspersonen erfolgt in derselben Weise, wie jene der Indiergemeinden. Der Gobernadorcillo, der Teniente und der Alguacil mayor müssen immer Christen sein.

Was die Zahl der Chinesen anbelangt, so betrug sie:

15851 000Seelen
160330 000Seelen (in Manila allein)
163940 000Seelen (nach Fr. Gaspar, nach Anderen nur über 30000)
18155 000Seelen allein in der Provinz Tondo
18285 708Seelen davon in der Prov. Tondo (Manila) 5279
18308 640Seelen
18345 000Seelen
18369 038Seelen allein in der Prov. Tondo
183710 168
183810 877
183911 575
18405 729
184210 000Seelen
18475 736allein in der Prov. Tondo
18487 422
18499 331Seelen
18509 158Seelen nach Diaz Arenas
9 901Seelen nach Buzeta und Bravo
187023 242Seelen
187630 797Seelen
1880ca 20 000Seelen in Manila allein.

2. Chinesische Mestizen.

Die Mischlinge von Chinesen und Malaiinnen wurden früher Mestizos de Sangley genannt, jetzt beginnt dieser Name allmählig durch die Bezeichnung Mestizos chinos verdrängt zu werden. Diese Mischlinge sind kräftig gebaut und besitzen die väterliche Sparsamkeit und Gewerbfleiss, weshalb ein grosser Theil des Kleinhandels, ja selbst der Bankgeschäfte (im kleinen Umfange) in ihren Händen ruht. In Tracht und Gewandung nähern sie sich den vornehmen Indiern oder spanischen Mestizen, von der Mutter haben sie die leidenschaftliche Vorliebe für den Tabak und das Buyokauen geerbt, vom Vater aber stammt ihr Hang zum Opiumrauchen her (Cañamaque, Recu. II, 195). Wo die chinesischen Mestizen in grösserer Anzahl zusammen wohnen, bilden sie autonome Gemeinden, wie die Chinesen. Bei ihnen genügen 25 bis 30 Tributos zur Constituirung eines Baranguay. Vor 1783 zahlten sie denselben Tribut wie die Indier, damals aber wurde er um das Doppelte erhöht, und seit jener Zeit zahlen sie Abgaben, welche stets höher sind als die der Indier, aber niedriger als jene der Chinesen. Ihre Zahl ist eine verhältnissmässig grosse, sie bilden den Bürgerstand der Philippinen, im Gegensatze zu den Weissen und deren Abkömmlingen, von denen die ersteren den militärischen oder bureaukratischen, die letzteren den Landadel darstellen. 1842 zählte man 240 000, 1850 180 000, 1867 210 816 chinesische Mestizen, wobei zu bemerken ist, dass man diesen Zahlenangaben kein unbedingtes Vertrauen schenken darf, denn bei der Volkszählung werden nur die Tributos, wenigstens bis vor Kurzem, gezählt; ein Tributo ist aber die Steuer, welche zwei erwachsene Personen, quasi ein Ehepaar, zusammen entrichten, es sind also die Kinder, die erwerbsunfähigen und über 60 Jahre alten Personen bei der Tributzahlung nicht berücksichtigt, weil sie von der Zahlung des Tributes befreit sind. Um nun die Bevölkerungsziffer herzustellen, multipliciren die spanischen Statistiker die Zahl der Tribute mit 4½, manche mit 5, andere mit 6, wodurch die oft widersprechenden Zahlenangaben hinreichend aufgeklärt sind. Nach meinen mühseligen und langwierigen Untersuchungen verhält sich im Allgemeinen die Zahl der spanischen Mestizen (diese zahlen keinen Tribut) zu jener der chinesischen durchschnittlich wie 1:16, nach älteren Daten berechnet, da in der neueren Zeit die spanischen Mestizen nicht mehr besonders in den Censuslisten geführt werden.

3. Japanen.

Zu Ende des XVI. und Anfang des XVII. Jahrhunderts existirte in Manila und zwar in der Vorstadt Dilao eine Japanen-Niederlassung[2]. Von derselben hat sich jetzt keine Spur erhalten, die Japanen gingen in den Tagalen auf.