1571 erschien Legazpi in der Bai von Manila und gründete dort an der Mündung des Pasig die Hauptstadt der Philippinen, von welcher aus bald Expeditionen nach allen Seiten ausgingen, um Luzon oder Neu-Castilien, wie es Legazpi nannte, zu unterwerfen. Goyti drang in die Landschaft Pampanga vor und unterwarf sie der spanischen Krone, damals verstand man unter dem Namen Pampanga auch die heutigen Provinzen Bulucán, Nueva Écija und La Infanta, jedoch kam Goyti nicht bis an die Ostküste Luzons, das war Salcedo vorbehalten. Dieser kühne Conquistador segelte den Pasig hinauf und wurde so der Entdecker der wunderbar schönen Laguna de Bay, deren Gestade er seinem Könige zinspflichtig machte. An der Laguna erfuhr Salcedo, dass jenseits der Berge, welche im Osten und Südosten den See umgeben, Gold zu finden wäre. Salcedo brach sofort dahin auf, zwar missglückte sein erster Zug, er musste beim Vulcan Mahayhay oder Banahao wieder umkehren, aber mit frischen Verstärkungen versehen gelang es ihm, unter grossen Schwierigkeiten die Ostküste Luzons, die sogenannte Contracosta, zu erreichen, worauf er die Küsten von Camarínes[12] bis zur Bai von S. Miguel befuhr und die Goldminen von Paracale und Mamburao entdeckte; beinahe gleichzeitig war die Insel Tablas, dann die luzonische Landschaft Calilaya (das heutige Tayabas) von spanischen Truppen unterworfen worden. Auch die Cuyos- und Calamianes-Inseln sowie das nördliche Palawan (Paragua) waren inzwischen entdeckt und unterworfen worden.

1572 brach Salcedo mit einem kleinen Geschwader von malaiischen Fahrzeugen aus Manila auf, um die nördlichen Küsten Luzons und die Ausdehnung dieser Insel überhaupt kennen zu lernen. Salcedo umsegelte ganz Nord-Luzon, entdeckte die Landschaften Zambales, Pangasinán (Lingayen), Ilócos und Cagayán und gab den Vorgebirgen Bogeador und Engaño ihre noch heute üblichen Namen. Auf der Fahrt längs der Ostküste entdeckte er die Insel Polillo. In der Bucht von Amanto endete diese abenteuerliche Expedition, Salcedo kehrte auf dem Landwege und über die Laguna de Bay nach Manila zurück, wo inzwischen sein Grossvater Legazpi im August 1572 gestorben war. Labezares, ebenfalls ein Baske, wurde jetzt Interims-Gouverneur, er schickte im Jahre 1573 den Salcedo nach Camarínes ab, um dieses von Salcedo selbst entdeckte Land der spanischen Krone zu unterwerfen, was ihm rasch gelang, wobei auch die gesammten westlichen Küsten von Camarínes entdeckt wurden (durch Cap. Chaves), so dass jetzt die Küste Luzons in ihrer gesammten Ausdehnung bekannt wurde, hauptsächlich durch Salcedo. Damit war die Aera der grossen Entdeckungen in den Philippinen zu Ende, es blieb nur die Nachlese übrig. Figueroa besuchte 1578 die einzelnen Inseln des Sulu-Archipels, und von Cagayán drangen die Spanier wenige Jahre später nach den Babuyanen vor. Damit war die Entdeckung der Philippinen abgeschlossen und weitere Forschungsreisen konnten sich nur mehr mit den Binnenlandschaften des Archipels befassen.

Fassen wir kurz das oben Erwähnte zusammen, so gelangen wir zu folgenden Resultaten, wenn wir die einzelnen Theile der Philippinischen Inseln der Reihe nach durchnehmen.

A. Surigao-Inseln:

entdeckt von Magallanes 1521 und zwar die Insel Jomonjol, die Inseln Caburao, Siargao, Bucas und Dinagat von der Expedition unter Villalobos 1543. Die Insel Suluan wurde schon von Magallanes entdeckt, aber erst 1565 von Legazpi näher erforscht. Legazpi verlieh ihr auch den Namen Buen Señal.

B. Visayer-Inseln oder Islas de Pintados.

1. Sámar: Ältere Namen sind Tendaya oder Tandaya, Achan, Camlaia, Filipina und Ibabáo. Letztere Benennung erhielt sich am längsten, wurde aber Anfangs auf den östlichen Theil der Insel beschränkt, während die westlichen Gestade Sámar oder Samal genannt werden. Im XVII. Jahrhundert dient als Gesammtbezeichnung für die Insel der Name Islas de Ibabáo, wohl zu unterscheiden von dem Ausdrucke Costa Ibabáo, womit nur die Ostküste in dieser Zeit bezeichnet wurde; im XVIII. Jahrhundert gewinnt erst der Name Sámar Oberhand, und heute ist selbst der Name Ibabáo vergessen, die anderen Namen haben nur eine Eintagsexistenz gehabt, in französischen Werken des XVII. Jahrhunderts nur fand ich den Namen Tendaya und Filipina noch lange Zeit hindurch erhalten. Obwohl es nicht unwahrscheinlich ist, dass Magallanes wenigstens von der Ferne die Südspitze von Sámar erblickte, so sind mit Sicherheit nur zwei Schiffe von Villalobos’ Expedition (1543) als die ersten europäischen Schiffe nachzuweisen, welche Sámar, und zwar die südlichen und östlichen Gestade besuchten. Die übrigen Küsten desselben wurden erst 1566–1570 von den Spaniern der Legazpi’schen Expedition aufgefunden; speciell der an der Bernardino-Strasse gelegene Theil und die benachbarte Insel Capul wurden erst 1570 vom Capitän Ibarra aufgesucht und genau durchforscht.

2. Leyte mit Panaon, Limasaua, den Camotes, Bilaran, und Panamao. Pigafetta nennt den nördlichen Theil von Leyte Isla de Baybay, den südlichen Ceylon oder Seilani, weshalb noch in späteren nicht-spanischen Werken, welche ihre Kenntniss der Philippinen aus Pigafetta schöpften, die Insel Leyte den Namen Ceylon de Pigafetta führt, eine Benennung, die den spanischen Historikern selbst der älteren Zeit unbekannt ist. Magallanes besuchte die südlichen Hälften der Ost- und Westküste. Der übrige Theil der Küste wurde von Sauz 1566 besucht.