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So sind denn die Geschenke alle vom Weihnachtsbaum gepflückt, dem wir den heutigen Tag verglichen.
Auch der Bandit freut sich eines neuen geschliffenen Dolches: Kollmann hat alle Ursache den Tag zu loben. Er spricht in seiner Weise ein Dankgebet, das andern Ohren wie eine Gotteslästerung klingt.
Der General-Adjutant, Plomberg, der Prinz und Klotilde, Jeder hat seinen goldnen Apfel heimgetragen, — der Monarch freut sich des Jagdvergnügens, das er heute noch keine Anstalt macht zu vergessen, freut sich der Beweise der Loyalität und daß dieselben vorüber, — und wie tausendstimmig die Stadt gejubelt, ist in dem Telegramm des Gouverneurs an den Ministerpräsidenten zu lesen.
Arnold aber hält am Schlusse des Tages den Brief in der Hand, den ihm Julie unter den wilden Kastanien gereicht, — — den sie in der letzten Nacht geschrieben.
Er hatte das Licht verlöscht, — und wieder angezündet, um — wieder zu lesen, obgleich er jedes Wort auswendig weiß.
Sie hatte geschrieben:
„Wenn Deine Augen über dieß Blatt gleiten, so haben die meinen Dir schon das Unrecht abgebeten, — habe ich Dich durch Glück versöhnt, wie den Himmel durch eine Stunde kindischen Schmerzes. — Auch Du wirst sie vielleicht durchleben, wenn Dein Glaube nicht höher und fester.“
„Ich spreche zu Dir, als hätt’ ich aus Deinem Munde vernommen, was nur mein eigen Herz mir geschworen. Ich habe aber auf den Grund Deiner Seele geschaut wie Du in meine. Kann ich Dir, — kannst Du mir Ein Wort sagen, wodurch erst ein Schleier gelüftet würde? Soll ich den Frühlingsglanz, der über mein Leben gefallen, vor Dir verhüllen, damit Du nicht früher glücklich seist, als bis Du gesprochen, und um ein Herz geworben, das Dein eigen? Glaube dem Deinigen, und Du wirst Dir klar bleiben, glücklich, was auch verwirrend zwischen uns trete: denke nicht über mich, sonst wirst Du irre.“