Unmuth in der Brust des Bürgers, der sein Kleid zurückgesetzt sieht, die Last wachsen fühlt, und dennoch eine größere trüge, und gern trüge, wenn auf die alte, ewige Frage: wozu? auch nur Eine klare Silbe einer Antwort heraufklänge aus dem Abgrunde, der seine Steuer verschlingt.
Erbitterung und Sorge im Gemüthe des Beamten, welcher unter Organisazion und Reorganisazion und Desorganisazion mit jedem Mondeswechsel Grundsätze bekennen und wieder abschwören soll, wie man einen Rock wechselt!
Und so fort durch alle Stände, bis hinunter — — wohin? —
Was heißt hinunter? Wer steht „unten?“
Der Bauer? — Gott bewahre! — er liefert den Kern der Wehrkraft! —
Aber der Proletarier? — auch das ist kein rechtes „Unten“ — allenfalls der Crinoline und dem Glacéhandschuh gegenüber; aber nicht im politischen Sinne! Da genießt das Proletariat doch die scheue Anerkennung seiner Existenz als hungerige, zähnefletschende Masse!
Es gibt noch ein anderes „Hinunter!“
— Wir sagen noch einmal — „Und so fort durch alle Stände, bis hinunter zum — — Künstler!“
— — — Und das war der Punkt, wo selbst Lipprecht offener Revoluzionär war! —
Nicht als ob der Mann jenen echten, wahren Kunstsinn, jenen hochgebildeten Geschmack gehabt hätte, welcher Günther, der selbst nur mittelmäßig musizirte und zeichnete, zu einer Autorität machte, von welcher die bedeutendsten Künstler der Residenz gern Winke über entworfene oder halb vollendete Werke annahmen. Allein dieser, der stets einige arme Maler protegirte und seine reichen Bekannten zu Bilderankäufen veranlaßte, hatte in dem Kommissär eine Art Kennerschaft und Mäcenatenthum hineingeredet, so daß er allen Ernstes seine eigenen Ansichten auszusprechen glaubte, wenn er behaglich schmunzelnd jene Günther’s vor einem Bilde wiederholte.