Schlage Sie ein, es gilt! (Hält die Hand hin.)

Wurzel (schlägt ein).
So wahr ich auf der Welt bin, und jetzt—(stark) Punktum!

Satyr (mit kräftiger Schadenfreude).
Satis! (Er hat bei den Worten Wurzels: "So wahr ich auf der
Welt bin" geendet. Schlägt bei dem Wort: "Satis" mit der
flachen Hand auf die Tafel, macht dann schnell eine drohende
Bewegung hinter Wurzel und versinkt wieder.)

Ajaxerle.
So, und jetzt lebe Sie wohl, Sie Herr von Wurzle. Vergesse
Sie nicht auf Ihren Schwur, malträtiere Sie nur das arme Mädle
da, verachte Sie den ehrlichen Bauernstand, halte Sie sich an
Ihre Saufbrüderle. Aber weh Ihnen, wenn Sie den Schneckenhändler
aus den Reich wieder einmal zu Gesicht kriege werde. Verstehe
Sie mich? Weh Ihne! das merke Sie sich wohl, Sie Hasenfuß.
(Läuft ab.)

Wurzel (ergreift im Zorn einen Stuhl und eilt ihm nach).
Wart, du schwäbische Krautstauden! (Ab.)

Zweiter Aufzug

Erster Auftritt

Die Dekoration stellt nur zwei Kulissen tief ein angenehmes Tal vor, in welchem sich die Natur einfach und kräftig ausspricht. Links eine praktikable Hütte, auf deren Strohdach Tauben nisten. Die Hütte ist von einem kleinen Gärtchen umgeben, in welchem sich einige Lilien, aber keine bunten Blumen befinden. Die Kortine stellt hohes Gebirge vor. Die Hälfte dieser Hinterwand nimmt ein breiter, in den Vordergrund tretender Blumenberg mit vielen sich verschieden krümmenden Wegen ein, auf denen sich dort und da wie in einem Garten silberne Statuen befinden und Rosenbrücken angebracht sind. Auf der andern Hälfte dieser Hinterwand sind in weiterer Entfernung zwei ausgezeichnete Alpen zu sehen. Die niederere erglänzt silberartig und ist mit goldenem Gesträuch bewachsen. Auf ihrem Gipfel erblickt man die Statue des Reichtums mit einem goldenen Füllhorn. Die noch höhere Alpe ist steil, mit Lorbeerbäumen bewachsen, auf ihrer Spitze steht der goldene Tempel des Ruhmes, aus welchem eine Sonne strahlt, die den ganzen Horizont um das Haupt des Berges rötet. Zwischen diesen Gebirgen und dem Tal liegt ein dichter Wald, durch welchen sich ein steiler einsamer Weg in das Tal abwärts windet.

Unter passender Musik kömmt Illi, ein Genius, als Klepperpostillon angezogen, mit dem Klapperbrettlein lärmend durch die Luft auf einem großen Stieglitz geflogen, welcher ein Paket Briefe im Schnabel hält. Er steigt ab, nimmt einen Brief aus dem Paket und klappert vor der Hütte.

Illi. He, die Klepperlpost ist da, aufgemacht! (Das Fenster in der Hütte öffnet sich. Illi spricht zum Fenster hinein.) Ein Brief aus Wolkenhain vom Geisterscheckel mit Rezepiß. Gleich unterschreiben. (Gibt den Brief hinein. Nach einer Pause, während er ein paarmal ungeduldig auf und abtrippelt.) Ein bißl gschwind, ich muß wieder weiter! (Eine Hand gibt das Rezepiß zurück.) So. Was? Nichts franco! Acht gute Kreuzer. (Die Hand gibt ihm das Geld.) So. (Sieht das Geld an.) Keinen Pfennig gibt s' mehr als acht Kreuzer und kein neues Jahr auch nicht. Wann ich nur da keinen Brief herbringen durft, das ist schon mein größter Zorn. (Indem er sich aufsetzt.) Gar so eine Schmutzerei! (Den Stieglitz schlagend.) Na weiter, wirst fliegen oder nicht? (Der Stieglitz fliegt ohne Musik ab, und unter dem Fliegen räsoniert Illi noch immerfort.) Pfui Teuxel, da wollen s' Geister sein, ja—Bettelleut Umkehr! (Ab.)