Zufriedenheit. Darin bestehet ja dein Glück, weil du mich nicht verstehst, bist du mit mir verwandt.

Lottchen.
Verwandt? Und doch haben sich Euer Hoheit nie um mich bekümmert?

Zufriedenheit. Glaube das nicht, ich habe dich mir ja erzogen und will nun deine Freundin sein. Der Mann, der heute dich verstieß, ist nicht dein Vater, sonst hätt er es nie getan. Doch eine Mutter hast du noch, die dich innig liebt und die du bald umarmen wirst. Bis dahin reiche mir deine Hand und nenne mich Schwester.

Lottchen. Recht gerne! Ach, was ist das Schönes, wenn man eine Schwester hat. Aber da muß ich hernach auch du zu Euer Hoheit sagen und bin so viel als Euer Hoheit selbst?

Zufriedenheit.
Allerdings! Du sitzest neben mir auf meinem moosbewachsenen
Thron, und über uns spannt sich der schönste Baldachin, der
heitre Himmel aus.

Lottchen.
Ach du liebe Schwester, wie soll ich dir danken?

Zufriedenheit.
Bleibe, wie du bist, und du hast den Lohn schon abgetragen.

Lottchen (freudig).
Ach ja, wie ich bin—doch—nun ja—wie ich bin, nicht wahr?

Zufriedenheit.
Nun ja.

Lottchen.
Da muß ich aber auch ledig bleiben?