Die Handlung geht auf und um Rappelkopfs Landgut vor.
Erster Aufzug
Erster Auftritt
Die Ouvertüre beginnt sanft und drückt fröhlichen Vogelsang aus, dann geht sie in fremdartiges Jagdgetön über, begleitet von Büchsenknall. Beim Aufziehen der Kurtine zeigt sich eine reizende Gegend am Fuß einer Alpe, welche sich im Hintergrunde majestätisch erhebt. Im Vordergrunde zeichnet sich in der Mitte ein Gebüsche von Alpenrosen, links ein abgebrochener Baumstamm und im Vordergrunde rechts ein hoher Fels aus.
Ein Chor von Alpengeistern, dabei Linarius, durchaus grau als Gemsenjäger gekleidet, jeder eine erlegte Gemse über den Rücken hängen, eilt von der Alpe herab und sammelt sich im Vordergrunde der Bühne.
Chor.
Stellt die Jagd ein, luftge Schützen!
Von den steilen Alpenspitzen
Steigt herab ins blumge Tal.
Zählt mit wilder Jägerfreude
Schnell die frischgefällte Beute
Hier im grünen Weidmannssaal.
Zweiter Auftritt
Astragalus, ganz grau gleich den übrigen Geistern als Alpenjäger gekleidet, ein Jagdgewehr über die Schulter.
Astragalus (im rauhen Tone).
Holla ho, ihr Jägersleute!
Seid genügsam in der Beute.
Laßt, ihr jagdberauschten Schergen,
Ruhn das Gemsvolk in den Bergen.
Lang gedonnert haben wir
Heut im steinigten Revier.
Linarius (erster Alpengeist).
Großer Fürst, du magst nur winken,
Und der Alpen Geister sinken
Kraftberaubet in den Staub
Wie vorm Sturmwind welkes Laub.
Keiner ist hier, der es wagt,
Fortzusetzen mehr die Jagd.
Doch es kann nichts Schönres geben,
Als auf Alpenspitzen schweben
Und den Blitz vom Rohre senden,
Der Gazelle Leben enden.
Ha! wenn aus metallnem Lauf
Krachend sich der Schuß entladet
Und die goldne Kugel drauf
In der Gemse Blut sich badet:
Das ist echte Weidmannslust,
Das erhebt des Jägers Brust.