Lied
Ach, die Welt ist gar so freundlich
Und das Leben ist so schön.
Darum soll der Mensch nicht feindlich
Seinem Glück entgegenstehn.
Alles sucht sich zu gefallen,
Liebend ist die Welt vereint,
Und das Häßlichste von allen
Ist gewiß ein Menschenfeind.
Heitrer Sinn nur kann beglücken,
Nur die Freude hebt die Brust,
Nur die Liebe bringt Entzücken,
Und der Haß zerstört die Lust.
Doch wenn alle sich erfreun
Und der Stern des Frohsinns scheint,
Sitzt im düstern Wald allein
Drauß der finstre Menschenfeind.

Sieht man nur die goldne Sonne,
Wenn sie auf am Himmel steigt,
Wie sie schon mit holder Wonne
Allen Wesen ist geneigt:
Dann kann man die Welt nicht hassen,
Die 's im Grund nicht böse meint,
Man muß nur die Lieb nicht lassen,
Wird man nie zum Menschenfeind. (Ab.)

Rappelkopf (allein).
Schrecklich! Muß ich mich auch noch ansingen lassen! Das sind
Beleidigungen nach den Noten, und ich darf den Takt nicht dazu
schlagen. Und alles bleibt auf einem Wort! Wer kommt?

Achter Auftritt

Voriger. Sophie. Lischen.

Sopie (stürzt rasch herein).
Bruder, er kommt!

Rappelkopf.
Wer kommt?

Lischen.
Der gnädge Herr!

Sopie.
Mein Mann!

Rappelkopf. Ich komm! (Schlägt sich begeistert an die Brust.) Endlich einmal. Solang die Welt steht, war noch niemand so neugierig auf sich selbst als ich.