(zoraide. linda.)
zoraide. Besitzt er solche Reichtümer? Sie müssen mein sein, dann mag er hingehen, wo er hergekommen ist. (Geht ab.)
linda (allein). Wart, du Schlange! Den will ich warnen, den sollst du nicht foppen.—Ich weiß überhaupt nicht, was sie davon hat, daß sie die Männer so papierlt. Wär ich Prinzessin, ich wüßt schon was Bessers zu tun.
(Lied.)
Oh, wär ich Prinzessin heut an deiner Stell;
Ich wüßt mich vor Freuden nicht aus, meiner Seel!
Ich hänget mir Spitzen und Perlen hinauf,
Als käm ich lebendig zu Markt auf ein Kauf.
Das wär ein Leben, juchhe! usw.
Mit Sechsen, da fahret ich täglich spaziern,
Heiducken, die müßten am Schlag paradiernn,
Vier Laufer voraus, ja die renneten her,
Grad als wenn im Prater der erste Mai wär.
Das wär ein Leben, juchhe! usw.
Ich wollt mir die Insel ganz richten nach Wien,
Ein Graben, an Kohlmarkt, den machet ich hin.
Theater, Redouten, das kostet kein Müh,
Ein Volksgarten, Prater, a, Wasserglacis.
Das wär ein Leben, juchhe! usw.
Weil einmal im Jahr sich gern jedes erholt,
Wenn man zu elf Monat zu Haus brummt und grollt,
So baut ich ein Baden mir auch ohne Gnad,
Da schicket der Bassa sein Frau halt ins Bad.
Das wär ein Leben, juchhe! usw.
9. szene
(Platz vor dem Palaste.
Eine Menge Leute raufen um das ausgeworfene Geld. Quecksilbers
Gefolge wirft Geld aus; sie sind ganz in Goldlivreen gekleidet, sehr
elegant.)
(Chor.)
bediente.
Sie fallen darüber—sie stürzen sich drein,
Schlagt man ihnen d Augen mit Münzen auch ein.
volk.
Und blieb ich gleich liegen—und bräch ich ein Bein,
Es müssen Dukaten in Menge mein sein.
10. szene