zoraide. Wer wird denn so einen gemeinen Gusto haben! (Sehr hochdeutsch.) Wie können Sie denn Bern essen?
quecksilber. Keine Bären ess ich nicht, da bin ich froh, wenn
mich keiner anpackt.—Birn! ist denn das ein übler
Gusto? Birn ißt ja die ganze Welt, ein jeder eine andere
Gattung. Die Patrioten essen Kaiserbirn; die Reichen
Dukatenbirn; die sich stark parfümieren,
Bergamottenbirn; die Schuster Lederbirn; die Kutscher
Haberbirn; die Tischler Holzbirn; die Barbierer
Issinbart, und wer einen Fehler macht, der ißt
Plutzerbirn. Kurz, du bist einmal mein, dabei bleibts.
zoraide. Ich schwimm in einem Meer von Wonne, wie ein Walfisch in der Donau. (Umarmt ihn.)
13. szene
(linda, aus dem Palast. vorige.)
linda. Prinzessin, Sie sollen hinaufgehen, daß Ihnen die Nachtluft nicht schadt. (Beiseite.) Wenn ich ihm nur einen Wink geben könnt. Er ist ein recht hübscher Mensch.
zoraide. Was? (Beiseite.) Erwünschte Gelegenheit! (Laut.) Wie kann Sie sich unterstehen, in diesem mir so herrlichen Augenblicke vor meine Augen zu kommen? Sie kecke Person! Diese Mißgestalt wagt es, drängt sich zwischen mir und meine herrlichsten Phantasien.
linda. Aber, Hoheit!—
quecksilber. So sinds doch vernünftig, was hat sie Ihnen denn getan?
zoraide. Halten Sies Maul!—Sie will noch widersprechen? Sie erkühnt sich noch, ihr loses Maul gegen mich aufzutun, gegen mich, ihre Gebieterin. Ich vergreife mich an ihr—Himmel, ich weiß nicht, was ich tue, vergeben Sie meine Schwärmerei—