Longimanus (allein). Ich hab' ihn recht gern, den Zephises! Wie ich vor zwanzig Jahren auf der Erde herumgereist bin, so hab' ich ihn in Ägypten kennen gelernt, wo er die Zauberei studiert hat, er war just im dritten Jahr Magie. Dann bin ich mit ihm nach Österreich gereist, hab' ihm ein Haus und einen Garten gekauft und sein Zauberkabinett eingerichtet. Da ist ihm seine Frau gestorben— war eine recht hübsche Frau—hernach hab' ich mich auch nicht mehr lang aufgehalten, und weil er gar so lamentiert hat, hab' ich ihm versprochen, wenn er stirbt, ihn unter die Geister aufzunehmen; und jetzt hab' ich auf einmal g'hört, daß ihn der Blitz erschlagen hat; da hab' ich ihn also durch meine Geister gleich heraufexpedieren lassen. Da kommt er schon!
Dreizehnte Szene.
Zephises. Voriger.
Zephises (als Geist im weißen Zaubertalar, mit schwarzen Charakteren). Fürst der Lüfte! Wo soll ich Worte des Dankes finden?
Longimanus. Ist schon so gut! Nur keine Komplimente unter guten Freunden. Mich freut's vom Herzen, alter Schwed'! Hat er dich einmal erwischt, der Tod, beim Zwiefachel? Richtig, da auf der Seiten hat er ihn g'streift, der Blitz; da schwefelt er ein wenig. Wie g'fallt's dir denn bei mir heroben? Haben wir nicht eine frische Luft?
Zephises. Herr, darf ich es dir gestehen, daß selbst in dem Wonnemeer von Herrlichkeiten, das mich in deinem Zauberreiche umfließet, mein Vaterherz doch einen tiefen Schmerz empfindet, den es dir nicht verhehlen kann?
Longimanus. Aha! (Fährt mit der Hand an Zephisens Stirn vorbei.)
Hat ihn schon erwischt! Zuckt schon!
Zephises. Als du uns armen Sterblichen die Gnade deines Besuches gewährtest, hat deine Milde mich mit großen Schätzen beschenkt.
Longimanus. Ja, richtig! Hast du alle angebracht?
Zephises. Nein, Herr! Ich habe sie in meinem Kabinett verborgen und dieses mit einem Zauber belegt, daß kein Sterblicher es öffnen kann, wenn ich ihm nicht die Mittel dazu anzeige.
Longimanus. Nun, in meinem Reich brauchst keine Schätze, da lebt man von der Luft, daß es nur eine Freud' ist.