Longimanus. Warum nicht gar? Du verdammte G'schicht! Ich hab' schon immer nachgedacht; November! Und ihr habt ein Donnerwetter g'habt? Dich hat der Blitz erschlagen, statt daß es schneien soll?

Pamphilius. Ja, großer Sultan, das ist jetzt die allgemeine Klage der Menschen, daß es im Winter warm ist und im Sommer kalt.

Longimanus. Ja. für was zahl' ich denn meine Jahrszeiten, wenn
sie mir so eine Konfusion machen? Da muß ich ja mit dem polnischen
Donnerwetter dreinschlagen. Pamphilius, geschwind laß mir den
Winter heraufkommen.

(Pamphilius geht schnell ab.)

Longimanus. Halt! (Pamphilius kehrt schnell um.) Die andern
Jahrszeiten auch, g'schwind!

Pamphilius. Na, heut lauf' ich mir noch die Füß' aus der Wurzel.
Verdammter Dienst! (Läuft schnell ab.)

Longimanus. Hat ein recht ruhiges Brot bei mir, der Pamphilius; er halt aber aus, wie ein Pferd. Jetzt lauft er schon 2000 Jahr' und hat noch gesunde Huf'; er kriegt keine Steingallen, nicht einmal den Spat hat er noch g'habt.

Fünfzehnte Szene.
Die vier Jahreszeiten. Vorige.

(Der hinter trägt einen schwarzen Pelz, Pudelmütze, einen kleinen Stutzen [Muff], ganz beschneit. Der Sommer im nankingenen Frack, Beinkleid, einen modernen Strohhut mit Kornblumen darauf und ein Parasol in der Hand. Der Herbst, mit dicken Backen und wohlbeleibt, hat eine grüne Wirtsjacke, Fürtuch, Käppchen mit Weinlaub besteckt, unter dem Arme ein kleines Fäßchen, worauf Most steht, in der Hand eine große Traube. Der Frühling, ein junges Gärtnermädchen, mit Rosen auf dem Hut und einem Rosenstock im Arme, treten furchtsam ein.)

Longimanus. Nur näher da, ihr vier Haimonskinder! Was muß denn ich hören? Warum betragt ihr euch nicht, wie es sich für rechtschaffene Jahrszeiten schickt? Was ist denn das für ein liederlicher Lebenswandel, Monsieur Winter? Schämt Er sich nicht? So ein eisgrauer Mann und fangt auf einmal an, hitzig zu werden! Warum hat's eingeschlagen im November? Ich will's wissen!