Winter (im Baßtone). Euer G'streng', ich kann nichts dafür. Der Sommer tut mir alles mit Fleiß; er möcht' gern alles wissen, und da blitzt er immer herüber auf mich.

Longimanus. Der Sommer soll sich gar nicht rühren; der ist seit einigen Jahren wie ausgewechselt. Ich glaub', er verlegt sich aufs Trinken, weil er immer so naß ist.

Herbst. Eur' königliche Durchlaucht, ich bitt' ums Wort! Der Sommer kann nichts dafür; der Winter laßt ihm keine Ruh'. Wann er Eiszapfen übrig hat, so schickt er ihm s' herüber, daß's im Sommer schauert. Nachher fangen sie zu disputieren an, der Sommer kommt in Zorn, und so gibt's alle Tag ein Wetter.

Sommer. Ja, das ist auch wahr; der Herbst ist noch mein einziger Freund, er putzt mich wieder heraus! Die Leute schimpfen über mich, und ich kann nichts dafür.

Longimanus. Und jetzt basta! Ich will haben, daß ihr euch vertragen sollt. Auf die Letzt verderbt's mir da meinen Frühling auch noch; das ist noch die bravste, das ist noch meine liebste Jahrszeit, der Frühling! (Kneift sie in die Wange und gibt ihr ein Goldstück.) Da hast was auf ein Kipfel, du Tausendsasa, du!

Frühling. Ich küss' die Hand, Euer G'streng'! Ich werd' mich schon gut aufführen. (Küßt ihm die Hand.)

Longimanus. Und jetzt marschiert's! Und wenn ich noch einmal eine
Klag' hör', so weiß ich, was ich zu tun hab'; besonders der Sommer,
nehm' Er sich zusamm'. Wenn aufs Jahr in Baden nicht alle
Quartiere verlassen sein, so schau' Er zu. Und der Winter auch!
Daß's heut noch schneit und morgen der Eisstoß geht. Jetzt hinaus!

(Alle vier Jahreszeiten gehen ab.)

Longimanus. Komm, mein lieber Zephises, jetzt werd' ich für deinen Sohn sorgen, ich werd' ihn glücklich machen. Aber das sag' ich dir, wenn du dich unterstehst, ihm einen heimlichen Wink oder Rat zu geben, so hast du es mit mir zu tun. Jetzt kannst mit mir ein kleines Gabelfrühstück einnehmen; ich hab' ein bisserl ein Eingemachtes von einem jungen Krokodil ang'schafft.

(Beide ab.)