Klugheim. Nehmen Sie die Vase hier zurück, so beschenkt ein
Fürst, kein Edelmann.

Flottwell (stolz). Ich beschenke so! ich bin der König meines Eigentums. Dieses Kunstwerk hatte seinen höchsten Wert von dem Gedanken nur geborgt, daß diese schöne Hand es einst als ein erfreuend Eigentum berühren werde, es soll nicht sein! Ich acht es nicht. Wolf! (Wolf tritt vor) nimm sie hin! Ich schenke diese Vase meinem Kammerdiener.

(Wolf macht eine halbe verlegene Verbeugung. Die Vase wird weggebracht.)

Flitterstein. Welch ein Tollsinn!

Klugheim. Unbegreiflich!

Dumont. Der Mann sein gans verrückt.

Amalie. Wie kann er sich nur so vergessen!

Die Gäste (klatschen). Bravo! so rächt sich ein Millionär!

Flottwell. Dies soll unsere Freude nicht verderben. Da
Frankreichs Kunst so schlechten Sieg errungen, will ich vor
Ihrem Auge nun ein deutsches Bild entrollen, dessen Schönheit
Sie gewiß nicht streitig machen werden. Sie sollen sehen, was
ich für eine vortreffliche Aussicht habe. (Klatscht in die
Hand.)

(Musik.—Der Vorhang schwindet, und über die ganze Breite des Theaters zeigt sich eine große breite Öffnung, durch deren Rahmen man eine herrliche Gegend perspektivisch gemalt erblickt. Ein liebliches Tal, hie und da mit Dörfern besäet, von einem Fluß durchströmt und in der Ferne von blauen Bergen begrenzt, erstrahlt im Abendrot. Die Basis des Rahmens bildet eine niedre Balustrade. Im Vordergrunde links von dem Zuschauer sitzt wie eine geheimnisvolle Erscheinung unter dunklem Gesträuch, von der untergehenden Sonne beleuchtet, der Bettler mit unbedecktem Haupte und gegen Himmel gewandtem Blick in malerischer Stellung. So daß das Ganze ein ergreifendes Bild bietet.)