Gärtner. Gnädger Herr! Es will ein armer Mann Sie sprechen.
Flottwell. Du lügst. Ich bins nicht mehr. (Für sich.) In solcher
Nähe macht mich mein Bewußtsein reich.
Wolf. Er kann nicht ärmer sein als ich. Wo ist er?
Flottwell (tritt vor). Flottwell nennt er sich.
Wolf (fährt zusammen). Flottwell? (Fühlt in die Seite.) Das hat mir einen Stich gegeben. Die böse Gicht ist doch noch unbarmherziger, als es die Menschen sind. (Für sich.) Er lebt noch. Und kommt so zurück? So straft der Himmel seine Sünder.
Gärtner. Das ist der reiche Flottwell? Gute Nacht, da will ich lieber Gärtner sein. (Geht ab.)
Wolf. Herr von Flottwell, ich fühle mich sehr geehrt, daß Sie sich Ihres alten Dieners noch erinnern, und bedauere nur, daß meine Krankheit, die mich schon seit vielen Jahren quält, mir nicht erlaubt, meine Freude über Ihre Ankunft so glanzvoll an den Tag zu legen, als Sie von mir es fordern könnten.
Flottwell. Ich habe nichts zu fordern, gar nichts mehr. Was ich mit Recht zu fordern hatte, ist mir durch einen Höhern (blickt gegen Himmel) schon geworden. Ich wollte nur den Besitzer meines Schlosses sehen.
Wolf (lächelnd). Ja, es ist ein ganz besondrer Zufall. Ich habe dadurch eine wahre Anhänglichkeit an Ihr Haus bewiesen. Der Himmel hat mich mit Gewinn gesegnet, aber ich habe jetzt große Verluste erlitten. Verzeihen Sie, der Arzt erlaubt mir nicht, so viel zu sprechen; ich weiß die Ehre Ihres Besuches sehr zu schätzen. (Zu den Bedienten.) Geleitet mich zu jener Aussicht hin. Doch nein! Ins Schloß zurück. Auch das nicht. Nach dem Garten. Der Garten ist so schön. Nur schade, daß die Rosen schon verwelken. (Wird nachdenkend.) Wie oft werd ich sie wohl noch blühen sehen? (Schauert.) Heut ist ein kalter Tag.
Flottwell. Mir scheint die Sonne warm.