Wolf. Mich friert. Geht doch hinab ins Dorf und ruft den frommen Mann, den ich so gern jetzt um mich habe. Daß er mir ein moralisches Buch vorliest. Ich hör so gern moralische Bücher lesen. Die Welt ist gar so schlecht, und man kann seinen Trost nur in der Zukunft suchen. (Schleicht in den Garten.)

(Die Bedienten folgen ihm.)

Flottwell (zu dem letzten der Diener). Der Herr ist schwer erkrankt! Ist er geliebt? Wünscht man ihm langes Leben?

Diener (schüttelt den Kopf und sagt gleichgiltig). Er ist ein geiziger Filz, den niemand leiden kann, und in einigen Wochen wirds wohl mit ihm zu Ende gehn. Adieu! (Folgt den andern in den Garten nach.)

Flottwell (sieht gegen Himmel und schlägt die Hände zusammen). O Flottwells Schloß, was beherbergst du für Menschen jetzt! Was soll ich nun beginnen? Die wenigen Taler, die ich noch besaß, hab ich auf meiner mondenlangen Wanderung verzehrt. Ich hab gespart und trocknes Brot gegessen, und doch besitze ich nicht einen Pfennig mehr. Dort mein altes Schloß! (Sieht nach der Ruine in der Ferne.) Es ist zum Sinnbild meines jetzgen Glücks zusammgestürzt. (Er bleibt mit verschränkten Armen nachdenkend stehen.)

Vierter Auftritt

Voriger. Valentin, in bürgerlicher Tracht als Tischlermeister, einen Hobel im Sack, kommt trillernd. Er hat schon dunkelgraues Haar.

Valentin.
Wenn ein Tischler früh aufsteht,
Tralalala—
(Sieht Flottwell.)

Schau, schau, da ist ein armer Mann. Ich muß ihm doch was schenken. (Er nimmt einen Groschen aus dem Sack und will ihn Flottwell reichen, doch stutzt er, als er ihn erblickt.) He Alter! (Flottwell kehrt sich gegen ihn.) Was ist—Ich weiß nicht, dieses Gsicht—das Gsicht ist mir bekannt— jetzt trau i ihm fast den Groschen gar nicht zu geben—

Flottwell. Was wollt Ihr denn?