Alle drei. Ja, lieber Vater!
Valentin. Verdruß habt ihr mir schon genug gemacht. Seid mit dem Herrn da drin recht gut und höflich. Er wird bei uns im Haus bleiben. Ich laß ihn nimmer fort. Und redet der Mutter auch zu, sie ist eine gute Frau, aber manchmal ein wenig gäh.
Kinder. Wir wissens am besten, wir haben genug auszustehen mit ihr.
Valentin. So? Ja was die Eltern jetzt den Kindern für Kummer und Sorgen verursachen, das ist außerordentlich. Also geht hinein zu ihm. Ich komm gleich wieder, ich muß nur die Tür in Wirtshaus machen. Und vergeßt nicht, was ich gesagt hab. Er ist unglücklich. Mit unglücklichen Menschen muß man subtil umgehen. Die glücklichen können schon eher einen Puff aushalten.
(Kinder ab ins Kabinett.)
Valentin (allein). Nein, wenn man solche Sachen erlebt, da wird man am Glück völlig irre. Was nutzt das alles! Der Mensch denkt, der Himmel lenkt.
Lied
Da streiten sich die Leut herum
Oft um den Wert des Glücks,
Der eine heißt den andern dumm,
Am End weiß keiner nix.
Da ist der allerärmste Mann
Dem andern viel zu reich.
Das Schicksal setzt den Hobel an
Und hobelt s' beide gleich.
Die Jugend will halt stets mit Gwalt
In allen glücklich sein,
Doch wird man nur ein bissel alt,
Da find man sich schon drein.
Oft zankt mein Weib mit mir, o Graus!
Das bringt mich nicht in Wut.
Da klopf ich meinen Hobel aus
Und denk, du brummst mir gut.
Zeigt sich der Tod einst mit Verlaub
Und zupft mich: Brüderl, kumm!
Da stell ich mich im Anfang taub
Und schau mich gar nicht um.
Doch sagt er: Lieber Valentin!
Mach keine Umständ! Geh!
Da leg ich meinen Hobel hin
Und sag der Welt Adje. (Ab.)
Repetition
Ein Tischler, wenn sein War gefällt,
Hat manche frohe Stund,
Das Glück ist doch nicht in der Welt
Mit Reichtum bloß im Bund.
Seh ich soviel zufriednen Sinn,
Da flieht mich alles Weh.
Da leg ich nicht den Hobel hin,
Sag nicht der Kunst Adje! (Ab.)
Siebenter Auftritt