amphio. Weh mir!
hermione. Sei ruhig, Amphio! Ein schöner Sieg winkt deinem Geist. Von dem Gedicht, das du mir gestern überreicht, aufs neue überzeugt, daß du gegen alle Dichter meines Reichs ein Krösus bist an Phantasie, hab ich, dich heute abend noch Gemahl zu nennen, den kühnen Schwur gewagt: "Wer bis zur siebenten Stunde mir die schönste Dichtung liefert, erhält noch heute meine Hand und dieses Reich."
amphio. O wie beglückst du mich! (Beiseite schnell.) Ha, Wink der Phantasie! Die Dichtkunst soll allein den hohen Preis erringen! Nein, ich entdecke mich noch nicht. das höchste Glück soll durch mich selbst mir werden.
hermione. Was vertrauest du den Lüften deine Worte? Bist du verwirrt?
amphio. Verzeih, die Freude tanzt mit meinen Sinnen. Vertrau auf mich und meiner Liebe Kraft! Mein wird der Sieg, ich kämpfe ja um dich, darum ist das Gefühl der Dichter deines Landes ein Tau gegen das Meer meiner Empfindungen.
hermione. Ja, ich vertraue dir. Die Hoffnung schwingt die goldne Fahne! Doch jetzt leb wohl; ich eile in den Tempel, um zu bekräftigen den Schwur, und wenn die Sonne sinket in des Meeres Silberschloß, so sink ich dir, dem Sieger, dankend an die Brust. Doch jetzt entflieh, man suchet mich; dann eile nach dem Tempel hin, dort wird durch des Orakels Mund des Preisgedichtes Stoff dir kund.
amphio. Leb wohl, vertrau auf mich! (Entfernt sich schnell.)
14. Szene
Der narr. Dann affriduro und inselbewohner. vorige
narr. Verzeih, ich bin vorausgeeilt, dich tiefergebenst abzuholen. hermione. Kömmst du allein?