nachtigall. So? Und da kommen Sie mit der Equipage? Da kommt man mit sechs Rappen, aber nicht mit sechs Raben; da muß einer ja rabiat werden.
vipria. Und doch werd ich dich hoch erheben.
nachtigall. Ich bedank mich für eine solche Erhebung, wenn ich in der Luft oben häng, und fliegen die Raben um mich herum. Wollen Sie ein Rabenbratel aus mir machen?
vipria. Ein Bettler bist du jetzt, ein Krösus sollst du werden.
nachtigall. Ah, da muß ich bitten, jetzt heißt s mich gar einen Bettelmann? Haben Sie meine glänzenden Verhältnisse nicht bemerkt? Haben Sie nicht ghört, wie mich der Wirt auf den Glanz hergestellt hat? Jetzt werden Sie gleich mit mir gehen und werden mich an ein Ort führen, wo ich Sie verklagen kann.
vipria. Den Löwen schenk ich dich zum Mahl, wenn du dich nicht in meinen Willen fügst.
nachtigall. Was für Löwen? (Sieht sich um und erblickt das Gebäude samt den Löwen; erzittert.) O sapperment, das sind zwei Bologneserl. (Auf einen Löwen deutend.) Das eine muß ein Weibel sein, sie kokettiert auf mich. Jetzt zieh ich andre Saiten auf. (Fällt auf die Knie.) Verehrteste, ich bin jetzt, was Sie wollen; ich bin ein Bettelmann, ein Bettelweib, eine ganze Bettelfamilie, wenn Sie befehlen; ich bitt gar schön, schenken S mir nur ein bissel mein Leben.
vipria. Steh auf! Gib Augen deiner blinden Furcht und sieh dich um im Vaterland der Blumen.
nachtigall (bleibt knien). Ich weiß es; ich bin voll Respekt; ein schönes Land, ich küss ihm die Hand, und blumenreich! Mir hats von weitem schon gfallen, ich habs für ein großes Gartengschirr ghalten.
vipria. Entzückt dich nicht der Wohlgeruch?