nachtigall. Das glaub ich, die Woll riecht sehr gut, das ganze Land ist ein völliger Pomadetiegel!

vipria (beiseite). Der Narr taugt ganz für meinen Plan. (Laut.) Steh auf! Dies Land ist nicht so unbewohnt, als du es wähnst, hier atmen Tausende, und über sie herrscht eine junge und eine schöne Königin.

nachtigall. Also zwei Königinnen? Eine junge und eine schöne? Nun, wenn die junge auch schön ist, und die schöne auch jung, da muß einem schon die Wahl weh tun. Das wär ein Glück, wenn ich da Harfenist werden könnt.

vipria. O du bescheidner Wurm! An ihrer Seite wirst du herrschen, morgen schon.

nachtigall. Hören S auf, Sie Gspaßige, Sie foppen mich. Eine Kinigin soll ich erhaschen? Ein Kiniglhasen vielleicht.

vipria. Zum Werkzeug meiner Rache hab ich dich entführt. Noch heute abend wirst du hier ein Preisgedicht verfassen, wodurch die Hand der Herrscherin dir werden muß. Unter Tausenden wirst du das Beste liefern.

nachtigall. Das Beste liefern? Seltne Tugend eines Lieferanten.

vipria. Jetzt eilst du hin und meldest dich in jenem herrlichen Palast; dort gibst du vor, du wärest ein Minstrel, ein Sänger aus dem fernen Engelland, dir wär Apoll erschienen im Begeistrungstraum und hätte dir befohlen, in dies Land zu segeln und der Dichtkunst Ehre hier zu retten, und eine Würde zu erringen, die deinem Geist gebührt und deinem Stolz.

nachtigall. Das wird ein ungeheurer Triumph werdn mit dem zerrissenen Hut und dem gflickten Rock.

vipria. Ein Wink von mir wird dich in goldene Kleider hüllen, und eine goldene Harfe schenk ich dir.