distichon. Darum, o Herrscherin, verschieb den heutgen Preis, wir können dich heut nicht erringen; laß uns bis morgen Zeit, wenn du nicht unbesungen aus dem Tempel eilen willst.

hermione. Die Furcht ist es, die euren Geist bestrickt. Wie wagt ihrs zu behaupten, daß hier außer euch kein Dichter lebt? Bestraft sei euer Stolz, ich halte meinen Schwur, und ich erneu ihn hier: "Und wenns ein Bettler ist! Verse will ich klingen hören, Hermione heißt der Stoff, sieben ist der Stunde Zahl." Jetzt eilet hin und erjammert ein Gedicht, weil ihr zu feig es zu ersinnen seid!

distichon. So leb denn wohl, du stolze Dichterbraut! Kommt, ihr enterbten Söhne der lyrischen Muse, erleichtern wir durch Schimpfen unser edles Herz. Wir sind doch Genies, der Zeit zum Trotz, und wenn wir gar nichts wüßten, so wissen wir doch das. Wir finden uns im Tempel ein, vielleicht, daß sich die Zaubernacht in unsern Köpfen lichtet; dann brüllen wir die Verse gegen seine Kuppel, daß sie erzittert und unser eignes Echo uns den Preis entgegenruft.

(Läuft ab.)

alle. Ja, das wollen wir. (Ihm nach.)

narr. Jetzt haben s ihms geben! O ihr Verseverarmten, prosaischen Bettelhunde!

hermione. Das ist Apollos Werk. Amphio, nun hast du leichteres Spiel.

8. Szene

vorige. odi

odi. Gebieterin, ein Fremdling bittet um Gehör, er richtet viele Grüße von Apollo aus, der ihn gesandt. Er ist der schnellste Schwimmer, den das Meer je trug, in einer Nacht schwimmt er von England her. Es ist ein spaßiger Patron.