nachtigall. Ah! das freut mich, daß ich die Ehr hab, kennenzulernen. (Heimlich zu Vipria.) Was ist denn das, die Phantasie?

vipria. Es ist der Geist, der im Gehirn der Dichter tobt. nachtigall. Also die springt den Dichtern im Gehirn herum? Dann ists kein Wunder, wenns bei ihnen

rappelt. Drum sagt man, die Dichter sind närrische Köpf!

vipria. Ich schmied sie dir an diesen Schreibtisch an. (Sie hängt die Fessel der Phantasie in einen Ring, der an der Seite des Schreibepultes angebracht ist, ein, so daß die Phantasie an der Seite des Tisches gegen die Mitte der Bühne auf der breiten Stufe sitzt, doch ja nicht etwa auf dem Boden.) Sei stolz darauf! Kein Dichter kann sich dessen rühmen, daß sie als Sklavin ihm gedient. Was sie dir vorsagt, zeichne emsig auf, als schriebst du Diamanten hin! Hermione ist der Name des Gedichts, den schreibst du oben hin.

nachtigall. Also ich bin ein Dichter, der nur schreibt, ohne daß er was denkt? Da bin ich nicht der einzige. Und sie ist die, die für die Dichter alle denkt?

vipria. So ists.

nachtigall. Das muß a Marter sein! Drum schaut s so mager aus.

16. Szene

vorige. arrogantia

arrogantia (ängstlich). Hermione ist auf dem Wege zu den zwei Orakelpriestern, um vor der Wahl noch das Orakel zu befragen, warum die Geistesnacht auf ihren Dichtern ruht. Wenn das geschieht, ist unser Plan vereitelt.