vipria. Das muß verhindert werden! Komm, wir verwandeln diese beiden Priester schnell in Stein und setzen uns an ihre Stelle hin. In der Gestalt des Affriduro frag ich dich, und du sprichst als Stimme des Orakels aus: Apollo habe einem Fremdling seine Gunst geschenkt, den Hermione wählen muß. (Zu Nachtigall.) Unterdessen bleibst du hier und schreibest dein Gedicht, doch bevor die Stunde halb verfließt, findst du dich in dem Tempel ein und trägst es mit der Harfe vor; wenn es auch schlecht ausfällt, das beste ist es doch, weil es das einzge ist. (Zur Phantasie.) Du halte deinen Schwur, begeistre ihn, so viel in deiner Macht es steht. (Zu Nachtigall.) Laß sie nicht frei, wenn du dein Leben liebst, und will sie dir nicht dienen, zwinge sie, du bist ihr Herr. (Beide ab.)

17. Szene

die phantasie. nachtigall

phantasie (für sich). O Amphio, welch schrecklich Los! Ich kann dich nicht erretten.

nachtigall (setzt sich an den Tisch). Jetzt werden wir halt schauen, daß wir was zusammen dichten. Das wird ein Arbeit werden.—Also: Hermione.—Und eine rote Tinte haben s mir hergestellt. Das wird ein blutiges Gedicht. Also gschwind anfangen!—Kommt was oder nicht?

phantasie (seufzt). Ach!

nachtigall. Ach? Ist denn das ein schöner Gedanken?
Ach! Da wird einem völlig bang dabei. (Ungeduldig.)
Nu, weiter um ein Haus! Ich komm nicht von der
Stell. Nu? (Er rüttelt sie.)

phantasie. Was willst du, Tropf? Die Phantasie muß frei sein, wenn sie dichten soll. Nie wird sie dir in Fesseln dienen.

nachtigall. Was ist das für ein Diskurs? Wo ist denn ein Stock? (Nimmt einen Thyrsusstab von einer Draperie.) Da liegt er jetzt auf dem Tisch. Jetzt, wie nicht ordentlich phantasiert wird, wird er wo anders aufgelegt.

phantasie (lacht verzweiflungsvoll). Ha, ha, ha!