Ewald. Da kann ich dir, o Göttin, keinen bessern nennen,
Als jenen Mann, der sich vor deinem Anblick scheu versteckt.
(Deutet auf Simplizius ins Haus.)

Lucina. Nun wohl, du magst mit ihm die Sache selbst verhandeln.

Ewald. Er ist mir schon gewiß, ich weiß, was ihn bewegt.

Lucina (zeigt auf einen Fels).
Die Fackel wird den Stein in leichten Nebel wandeln,
Der euch im schnellen Flug durch blaue Lüfte trägt.
Du übst, wie ich's befahl.

Ewald. Dies kann ich hoch beteuern.

Lucina. Wohlan, ich will voraus hin nach Massana steuern.
(Fliegt ab.)

Dreizehnte Szene.
Ewald (allein.)

Dies ist ein Auftrag doch, der eines Dichters würdig,
Weil echte Poesie nach einer Krone strebt,
Selbst Göttern ist durch hohen Schwung sie ebenbürtig,
Der über Sonnen sie zu Jovis Thron erhebt.
Mein Geist ist klein, mein Wirken nur ein ungeweihter Traum.
Drum wird die Kron', die ich heut wage zu begehren,
In Nichts zerfließen, wie der Woge flücht'ger Schaum,
Nur daß ich sie gewollt, wird mir noch Lohn gewähren.
Und wer wird nicht mit Lust von goldnen Dingen träumen,
Kann er darüber arme Wirklichkeit versäumen?
(Ab ins Haus.)

Vierzehnte Szene. (Kurzes Zimmer mit schlechten Möbeln, ein Tisch mit Schreibgeräte, an der Wand hängen einige schlechte Kleidungsstücke, Maß und ein paar abgeschabte Bilder. Rechts eine Seitentür, links ein kleines Fenster.)

Simplizius. Jetzt wird's nicht mehr lang dauern, so wird die achtzigpfündige Kanone meines Unglücks losgehn. Vor Angst krieg' ich noch das gelbe Fieber, das schwarze hab' ich so in allen Taschen schon. Wie spät wird's denn schon sein. Ich könnt's gleich wissen, ich dürft' nur auf die Uhr schauen, die ich vor zwei Jahren versetzt hab'. Um halb zwölf Uhr kommt der Weinhandler, der wird mich anzapfen um sein Geld, und wenn ich ihn nicht zahlen kann, so heißt es; Marsch nach Kamtschatka.