Simplizius. Freilich, bei uns geht's auf der Post. (Für sich.) Wir fahren ja ab.
Riegelsam. Das können Sie machen, wie Sie wollen. (Setzt sich in
einen Stuhl.) Mich bringt einmal niemand aus diesem Zimmer fort.
Ich muß meine Möbel bewachen, kein Stück darf mir davon wegkommen.
Tausend Element!
Ewald (zu Simplizius heimlich). Das ist eine schöne Geschichte, was tun wir jetzt?
Simplizius. So lassen S' ihn sitzen, wir nehmen unsre Fackel, gehn hinaus, sperren ihn ein und er soll seine Möbel bewachen.
Ewald. Ein delikater Einfall. (Nimmt die Fackel von der Kulisse.)
Nun wohl, bleiben Sie hier und haften Sie mir für alles.
Simplizius. Und geben Sie acht, daß Ihnen nichts wegkommt, sonst müssen Sie's zahlen.
(Ewald und Simplizius gehen schnell hinaus und sperren die Tür zu. Wie die Fackel ans dem Zimmer ist, verwandelt sich dasselbe wieder in die arme Stube.)
Siebzehnte Szene. Riegelsam (allein, springt auf und sagt im höchsten Erstaunen). Blitz und Donner, was ist das für eine Bescherung? Bin ich in eine Zauberhöhle geraten? Wo sind die Möbel hingekommen? Die schöne Uhr, die herrlichen Bilder. Alles ist fort, Fetzen sind da. (Zerreißt die Kleider.) Nichts als Fetzen sind da und die Lumpen sind fort. Ha! Ich muß ihnen nach.—Die Tür ist verriegelt, ich kann nicht hinaus, ich erstick' vor Wut. Meine fünfhundert Taler. (Sinkt in den Stuhl.)
Simplizius (sieht zu dem kleinen Fenster herein). Freund, die sind verloren.
Riegelsam. O du Hexenmeister, wirst du hereinkommen! Schaff' mir meine Möbel her!