Simplizius. Ach warum nicht gar, wir sind ja beim helllichten Tag ankommen.
Ewald (nimmt ihn auf die Seite). Sein Sie nicht so gemein, tun Sie vornehm, klug, bescheiden und drücken Sie sich in bessern Worten aus.
Simplizius. Das müssen Sie mir schriftlich geben, denn so kann ich mir das nicht merken.
Ewald. Glaubt nicht, daß ich der Pyramiden geheimnisvollen Aufenthalt umsonst verließ, ihr werdet die Gestirne hoch verehren, die nach Massana mir geleuchtet, denn fromme Götter haben mich zu euch gesendet.
Thestius. So preisen deine Sendung wir. Dein Aug' ist sanft, und edel deine Haltung, dein Antlitz flößt Vertrauen ein, und deine kühn gewölbte Stirn mag wohl ein Thron der höchsten Weisheit sein.
Simplizius. Nein, was s' an dem alles bemerken, das wär' mir nicht im Schlaf eing'fallen. Einen Thron hat er auf der Stirn, und da sitzt die Weisheit d'rauf. (Macht die Pantomime des Niedersetzens.) Jetzt, was werden s' erst auf meiner Stirn' alles sitzen sehn?
Thestius. Willst du mein Unglückshaus zur Wohnung dir erwählen, so folge meinem scheuen Tritt, doch laß die Vorsicht emsig prüfen deinen Pfad und Besorgnis über deine Schultern schaun. (Verbeugt sich tief.)
Ewald. Mein Dank grüßt deines Hauses Schwelle, mit frohem Hoffnungsgrün wird dir der Gast die Hallen schmücken. Simplizius, folge bald! (Geht mit Anstand a, Thestius folgt.)
Dreiundzwanzigste Szene.
Vorige, ohne Ewald und Thestius.
Simplizius (sieht ihm erstaunt nach). Ich empfehl' mich ihnen. Ah, was die Weisheit für eine langweilige Sach' ist, das hätt' ich in meinem Leben nicht gedacht. Ich will einmal lustig sein. (Tut nobel zu Epaminondas.) Sagen Sie mir, mein edelster Massanier, was gibt es denn für Spaziergänge hier?