(Beide ab.)

Dreißigste Szene.
(Königliches Gemach.)

(Die Hinterwand bildet einen großen offenen Bogen, vier Schuh tiefer, eine breite Rückwand von dunklen Wolken, durch welche man wie im Nebel eine riesige bläulichte Figur mit glühenden Augen erblickt, welche das Haupt mit einem Kranz von Rosmarin umwunden hat. Sie ruht lauernd auf den Wolken, ihren Blick auf Heraklius heftend, ist mit dem Todespfeil bewaffnet und stellt die alles vernichtende Zeit in furchtbar drohender Gestalt vor. Larven grinsen hie und da aus den sie umgebenden Wolken hervor. Zwischen dieser Wand und der Öffnung des Bogens sieht man vier dunkle Schatten bei einem offenen Grabe beschäftigt, aus welchen ein erst darin versenkter vergoldeter Sarg noch etwas hervorsteht. Das Gemach ist dunkel, der Donner rollt. In einem goldenen Armstuhl ruht Heraklius, um ihn trauernd die Großen des Reiches und Diener des Tempels. Neben ihm auf einem Marmortisch die Krone. An den Kulissen, dem Armstuhl des Königs gegenüber, ein auf drei Stufen erhabener einfacher Sitz.)

Heraklius, Ewald und Hermodius.

Kurzer Chor der Furien.
Wo der Frevler mag auch weilen,
Trifft ihn doch des Orkus Rache,
Und ihr Dolch wird ihn ereilen,
Selbst im goldnen Prunkgemache.

Heraklius (in matter Unruh).
Hinweg, hinweg, du scheußlicher Vampir,
Der frommes Hoffen aus der Seele saugt.

Hermodius (zu Ewald).
Du siehst des guten Königs Leiden hier,
Ein Bild, das für kein menschlich Auge taugt.

Heraklius. Wer störet meine Pein?

Hermodius. Dein Retter, Herr.

Heraklius. Umsonst, umsonst, wer bringt die Höll' zum Weichen?
O Qual, wenn ich doch nicht geboren wär'!