Ewald. Zum Venusrang, wenn Ihr mir Eurer Nichte Hand gelobt.

Aloe. Was fällt Euch ein, Atritia ist ein unbemittelt Kind, um keinen Preis!

Ewald. Auch nicht um den, den heut im Tempel dort der König reicht?

Aloe (erschrocken). Seid Ihr von Sinnen? Bin ich erschrocken doch, als hätt' mich Amors Pfeil getroffen. Ich bin schon eine ausgeblühte Rose, die nicht im Frühlingsschein mehr glänzt.

Ewald. Ich will durch meine Kunst Euch diesen Glanz verleihn. Vor allen Töchtern dieses Reichs sollt Ihr den Schönheitspreis erringen, doch Eure Nichte ist dann mein, ich führ' sie mit mir fort.

Aloe. Ihr könntet das, ein Sterblicher, bewirken, wofür ich mich dem Cerberus schon verschrieben hätte, wenn er's vermögen könnte?

Ewald. Ich geb' Euch darauf mein Wort, und brech' ich es, braucht
Ihr das Eure nicht zu halten.

Aloe. Macht mich nicht wahnsinnig. Ihr wolltet Aloe verjüngen?

Ewald. Warum denn nicht? Wenn Aloe, die Pflanze, mit hundert Jahren neue Blumen treibt, warum soll Aloe, das Weib, mit sechzig nicht erblühn?

Aloe. Mit sechzig, ja, da habt Ihr recht, das ist die wahre
Blütenzeit. Mir ist, als blüht' ich schon—fang' schon an zu duften.
O Himmel, welch ein Glück, ich fühle mich schon jung, mich hindern
bloß die Jahre.