Simplizius (für sich). Nun, ich gratuliere.

Dardonius. Besteige jenen Thron und künde selbst, wozu ich dich ernannt.

Simplizius. O verflixt, mir verschlagt's die Red', und ich soll eine halten. Ah was, ich red' halt einen unzusammenhängenden Zusammenhang. Volk über alle Völkerschaften, der König hat mich unters Militär gegeben, und obwohl ich nicht das rechte Maß hab', so fühle ich mich doch über alle Maßen gerührt und so ergriffen, daß ich mich auf meinen Thron hier niederlassen muß, um alles zu verschweigen, was mir meine Bescheidenheit nie zu sagen erlaubt. (Setzt sich.)

Dardonius. Ich hab' zum Unterfeldherrn ihn ernannt. Du bist ein größerer Held, als du ein Redner bist. Nun reicht den Fraun das Myrtendiadem, wie ich es angeordnet habe, und laßt die Mädchen um den Preis der Schönheit buhlen.

(Schmelzende Tanzmusik. Zwölf Mädchen, so gekleidet wie Aloe nach ihrer Verwandlung, doch weiße Kleider mit roten Rosen geziert, beginnen anmutige Gruppierungen vor dem Thron des Königs. Endlich bildet die Gruppe ein Tableau, das in seiner Mitte einen Raum läßt, in welchen Aloe tritt, die während den Bewegungen von Ewald mit der Fackel hereingeführt wurde und die Gruppe schließt. Ein Knabe bringt den Frauen die Myrtenkrone auf einem Kissen.)

Dardonius (mit Entzücken). Jene ist's, die einer diamantnen Rose gleich die zarten Perlen überschimmert. (Er steigt vom Thron und führt Aloe vor.) Ihr Frauen, krönet sie, nur ihr gebührt der Preis.

Simplizius (für sich). Die Alte hat sich ausg'wachsen, jetzt kauft man s' für eine Junge.

Dardonius. Sagt selbst, welch Land hat solch ein Mädchen anzuzeigen?

Die Männer. Erstaunen fesselt unsre Sinne.

Simplizius (für sich). Das ist der schönste Betrug, der mir noch vorkommen ist.