(Sie wird hinausgejagt.)
Sechsundzwanzigste Szene. (Der Wald mit der Pforte der Eumeniden, auf welcher die drei Siegel glühen. Nacht, Mondlicht.)
Lucina mit den Kränzen. Kreon.
Lucina. Komm, mein Kreon, der Sieg ist uns gelungen.
Kreon. So hättest du Unmögliches errungen?
Lucina. Bald wird dein Leid die höchste Freude lohnen,
Der Orkus ist beschämt, hier sind die Kronen.
Kreon. Hell leuchten sie, drei Sonnen, durch die Nacht.
Wie schnell flieht Schmerz, wenn uns die Hoffnung lacht.
Lucina. Nun knie' dich hin und senk' dein Aug' zur Erd',
Daß es der grause Anblick nicht versehrt.
Denn Rhea ächzet, und die Sterne wimmern,
Sehn sie den Dolch der Eumeniden schimmern.
(Kreon kniet und beugt sein Haupt, Lucina legt die Kränze auf
den Opferstein.)
Drei Krönen ruhen auf dem kalten Stein!
Ich opfre sie—
(Eine Flamme erscheint und verzehrt scheinbar die Kränze.)
Nun, Flamme, schließ sie ein.
Schmelzt, Siegel! Pforte, öffne deinen Rachen.
(Die Siegel verschwinden, die Pforten springen unter
schrecklichem Gekrache auf.)
Herauf, herauf, ihr rachedurst'gen Drachen,
(Das Heulen des Windes.)
Blick' ja nicht auf, es kostet dich das Leben.
Die Eumeniden nahn, selbst mich ergreift ein Beben.
(Sie beugt ihren Leib gegen die Erde, der Sturmwind heult. Klagende
Sturmmusik. Ein blauer Blitz fährt aus der Höhle.)
Siebenundzwanzigste Szene.
Vorige. Tisiphone, Megäre, Alecto, ganz grün gekleidete Furien, das
Haupt mit Vipern umwunden, eilen, bläulichte Fackeln und blinkende
Dolche schwingend, aus der Pforte.