Alle drei (blicken auf den Mond—im tiefen Ton).
Der Mond, der Mond, er scheint zur rechten Stunde,
Wacht auf, wacht auf, die Rache hält die Runde.

(Sie gehen gemessenen Schrittes über die Bühne.)

Lucina. Es ist geschehn, bald ist dein Feind gerichtet,
Und so der Streit mit banger Welt geschlichtet.
Nun folg', es harren dein, auf mein Geheiß,
Die Edlen all im liebverschlungnen Kreis.
Von tausend Lampen schimmert dein Palast,
Der kaum den Jubel seiner Gäste faßt.

(Beide ab.)

Achtundzwanzigste Szene.
Die goldgezierte runde Marmorhalle, das Schlafgemach Phalarius',
durch zwei kerzenreiche Kandelaber erleuchtet. An der Seite sein
Lager, neben diesem brennt auf einem Postamente eine Lampe.
Gegenüber eine Pforte aus Ebenholz.)

Phalarius tritt auf, hinter ihm Androkles tief gebeugt.

Phalarius. Laßt sehn, wie lang mein stolzer Nachbar sich noch
brüstet,
Wo sind die Feldherrn? Ist mein ganzes Heer gerüstet?

Androkles. Es harret mutentbrannt der Krieger rüst'ge Schar.

Phalarius (lachend).
Vergebens glüht der Mut, vermeidet ihn Gefahr.
Nun lösch' die Lichter aus, laß Dunkelheit herein,
Entfern' dich dann (beiseite, mit Grimm)
und überlaß mich meiner Pein.

(Androkles löscht die Lichter aus bis auf die Lampe, beugt sich tief und geht bangend ab. Das Gemach wird finster.)