Hans. Mich trifft der Schlag, das hab' ich noch mein Leben nicht g'hört, daß eine Amanten weint. Wann s' noch wegen einen Amanten weinet', aber einen Amanten selbst, das ist entsetzlich.

Alzinde. Sagt mir, haben Diamanten aus eurer Welt hier einen Wert?

Mirzel. Nu, ich will's hoffen, unser Herr, bei dem wir arbeiten, hat einen Ring, da ist ein einz'ger Stein mehr wert, als sein ganzer Steinbruch.

Alzinde. So hört mich an, vielleicht kann ich durch meine Tränen euch beglücken. Des einen Glück bedingt ja leider oft des andern Unglück. Behaltet mich bei euch, gebt mir nur magern Unterhalt, schützt mich vor der Mißhandlung eurer Brüder und nehmet meine Tränen hin als Eigentum, welche reichlich fließen werden, weil ich mein Schicksal nicht genug beweinen kann.

Gluthahn (am Fenster). Das Weib laß' ich nicht aus, mein Herz ist z' gut, die nehm' ich auf.

Hans. Aber wer hat dir denn das g'lernt, du bist doch nicht etwann eine Hex'?

Mirzel. Nu, fragen möcht' ich s' noch.

Alzinde. Was ich euch nun entdeck', ist wahr, so wahr, als dieser Sonnenstrahl, der sich in meiner Träne bricht. Ich bin die Fürstin eines ind'schen Reichs, der Tugend hab' ich mich geweiht, wie ihr, und weil ich einen bösen Geist aus meinem Land vertrieben, hat er aus Rache mich nach eurer Welt verbannt. Ich ward geehrt von meinem Volk, das meine Schönheit, meinen Geist bewunderte, geliebt von meinem zärtlichen Gemahl, und alles, was des Glückes Großmut mir verliehn, hat dieser Dämon mir entrissen. (Weint.)

Hans. Jetzt fang' ich auch zum Weinen an, aber meine Tränen sind keinen Kreuzer wert.

Alzinde. Doch meine Jugendkraft hat er mir nicht geraubt, und heftiger fühl' ich den Schmerz, als ich die Freude früher hab' empfunden. Ihr glaubt mir doch?