Zweiundzwanzigste Szene.
(Kurzer Palmenwald.)
(Drei Schritte von der Kulisse steht frei in Form eines hohen drei
Schuh breiten Monuments ein Grenzstein von weißem Marmor, mit der
Aufschrift: Grenze von Hoanghus Reich.)
Karambuco, ein indischer Krieger, ohne Waffen, läuft herein, hinter ihm am Felle festhaltend, keucht Ossa sein Weib, sie ist mit einem Bündel beschwert.
Karambuco (ruft noch in der Kulisse). Laß mich los, du entsetzliches Weib. (Tritt auf.) Was willst du denn von mir, du Drachenzahn, ich muß ja laufen, daß die Sohlen brennen.
Ossa (hält ihn fest). Du kommst mir von der Stelle nicht, bis du mir sagst, was du für ein Geheimnis mit dir trägst. Du bist ein falscher Mann, du entlaufst dem Heer und deinem Weib. Du hast etwas verbrochen. (Boshaft.) So sag' mir's doch.
Karambuco. O Götter, leiht mir einen Pfeil, daß ich ihre Sucht umbringe, mich zu halten. Sonne, brenn' ihr beide Arme ab! Ich muß ja fort, es ist ein Preis gesetzt, wer unserm König Nachricht bringt, ob seine Gattin lebt.
Ossa. Das lügst du, unverschämter Mann, da hab' ich nicht ein Wort davon gehört.
Karambuco. Weil du geschlafen hast.
Ossa. Ich schlafe nie.
Karambuco. Der Satan wacht in dir. Da komm' ich eh' von einer Riesenschlange los, als von dem Weib, ich muß mich gar aufs Bitten legen. (Kniet sich nieder, sie läßt das Kleid los und hält ihn an den Händen, sie knien einander gegenüber.)