Gluthahn. I du lieber Himmel, mein Herz, Euer Gnaden wissen's ja, wir leben, wie die Kinder, ich gib ja acht auf sie, wie auf mein' Augapfel. Was s' braucht, das hat s', ich opfre mich ganz auf für sie.
Rossi. Brav, das macht Seinem Herzen Ehre. Wer ist denn diese
Alte da?
Gluthahn. Das ist ein ganz besondres Weib, Euer Gnaden, ein solches hat noch nie g'lebt. (Zu Alzinde mit falscher Freundlichkeit.) Geh, setz' dich nieder, liebe Alte. (Führt sie an einen Stuhl, dann heimlich zu Rossi.) Die möcht' ich gern an Euer Gnaden verkaufen.
Rossi. Das alte Weib? das wär' ein schöner Kauf.
Gluthahn. Die ist vernünftiger als eine Junge,—wenn eine Junge weint, so braucht sie etwas, und wenn die Alte weint, so bringt s' noch etwas. Das alte Weib weint Diamanten.
Rossi. Diamanten? Bist du ein Narr?
Gluthahn. Versteht sich, in mein' Sack; Euer Gnaden werden's gleich sehen, ich lasse s' jetzt Prob' weinen, augenblicklich. Euer Gnaden rechnen aus, was die ganze Weinerei wert sein kann, geben mir alle Jahr einen Teil davon, kein Mensch braucht was zu wissen, und der Handel ist geschlossen.
Alzinde (die gehorcht). Entsetzlich!
Rossi (beiseite). Der Kerl ist ein Betrüger. (Laut.) Wie kommst du zu dem Weibe?
Gluthahn. G'funden hab' ich sie drauß im Wald.